Jüdischer Friedhof Hamburg: Nominiert für UNESCO

 

Der Jüdische Friedhof in Hamburg-Altona wird für die Eintragung in die Liste des UNESCO-Welterbes nominiert. Den Beschluss traf der Senat letzte Woche, nachdem bereits seit Jahren Wissenschaftler eine Aufnahme des Friedhofs in das UNESCO-Weltkulturerbe gefordert hatten. Der Jüdische Friedhof in Hamburg-Altona gehört zu den ältesten portugiesisch-sephardischen Friedhöfen der Welt und ist der älteste Friedhof Hamburgs. Er gilt als wichtiges kulturelles Zeugnis sephardischer Geschichte und umfasst ein Gräberfeld sephardischer Juden, die von der ibirischen Halbinsel vertrieben worden waren, und eine mit etwa 6.000 Steinen groß angelegte Grabesfläche aschkenasischer, nach Hamburg eingewanderter Juden.

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Nominiert für die UNESCO-Weltkulturerbe-Liste: Der jüdische Friedhof in Hamburg-Altona. Foto: Wolfgang Meinhart

 

Am Donnerstag, den 25. Oktober 2016, präsentiert Kulturstaatsrat Carsten Brosda gemeinsam mit Kollegen der Kulturbehörde und der Stiftung Denkmalpflege Hamburg die historische Stätte, die sich über knapp zwei Hektar erstreckt und aufgrund der außergewöhnlichen Grabkunst bereits seit 1960 unter Denkmalschutz steht.

Die nächsten Schritte werden nun sein, die Antragsunterlagen für die Nominierung über die Kultusministerkonferenz beim UNESCO-Welterbezentrum in Paris einzureichen. Im Jahr 2017 erfolgt dann im Auftrag der UNESCO die Prüfung des „außergewöhnlichen kulturellen Wertes“ , wie Wissenschaftler und Kulturbehörde für den Friedhof argumentieren. Experten von ICOMOS International werden diese Prüfung durchführen. Mitte des Jahres 2018 könnte schließlich das Welterbe-Komitee über die Aufnahme des jüdischen Friedhofs Hamburg-Altona in die Welterbeliste entscheiden.