Neues aus der Baudenkmalpflege der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz

Hochwasser, Trockenheit und deren Auswirkungen auf die Bauwerke und das Gartenreich Dessau-Wörlitz,  nachhaltige Lösungen für den Erhalt historischer Gebäude, Fragen der Restaurierung klassizistischer Schlösser und des allgemeinen Bauunterhalts – das sind nur einige Themen, die Robert Hartmann interessieren und die seine Arbeit als neuer Leiter der Abteilung Baudenkmalpflege der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz bestimmen

Wenn Robert Hartmann über seine beruflichen Stationen bis zu seiner neuen Position spricht, wird klar, dass er genau dort „landen“ musste. Denn der Restaurator für Kunst und Kulturgut aus Holz, der vor dem Studium eine Ausbildung zum Tischler abschloss, interessierte sich schon immer für das „Warum“. „Wenn ich in der Werkstatt stand und an einem Gegenstand gearbeitet habe, wollte ich wissen: Warum ist er kaputt, warum hat er diesen Schaden? So kam ich in die Richtung präventive Konservierung – erst im gedanklichen Prozess, dann auch in der praktischen Arbeit“, sagt Hartmann.

Im Fokus der Baudenkmalpflege der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz: Das Schicksal von Schloss Oranienbaum

Für die Beschäftigung mit komplexen Zusammenhängen ist er im Welterbe Gartenreich Dessau-Wörlitz genau richtig. Denn das Gartenreich besteht heute aus 142 Quadratkilometern Land mit Feldern und Wäldern, Dämmen, Seen, Alleen und Gärten, mit Brücken, Kirchen, Gartenarchitekturen, zahlreichen Gebäuden, sechs Schlössern und deren Ausstattungen. „Das einzelne Kunstwerk – das Figürchen auf dem Kaminsims, das Gemälde an der Wand – steht in einem Zusammenhang mit dem Möbelstück im Raum, mit der Stuckdecke des Raumes, der Tragwerkkonstruktion des historischen Dachstuhls. Alles ist miteinander verwoben. Diese ganzheitliche Betrachtung spiegelt sich in der inneren und äußeren Struktur des Gartenreichs wider“, sagt Hartmann, den in Zukunft vor allem das Schicksal von Schloss Oranienbaum beschäftigen wird. Das barocke Schloss im niederländischen Stil ist das nächste große Sanierungsprojekt im Gartenreich. Erhalten haben sich im Inneren sowohl barocke Fassungen als auch solche aus der Bauhauszeit. „Eine solche unberührte Oberfläche von 1927 gibt es sonst nirgendwo“, sagt Hartmann, dem es gut gefällt, dass jetzt Konzepte für das Schloss entwickelt werden, die die verschiedenen Zeitschichten nebeneinander existieren lassen. 

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