Diese Kirche taucht in Chiapas aus einem Stausee auf

Im Süden von  Mexiko, im Bundesstaat Chiapas, ist ab und an ein seltenes Ereignis zu bestaunen: Wegen extremer Dürre gibt dann ein Stausee aufgrund des gesunkenen Wasserspiegels eine Ruine frei

Im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas taucht ab und an eine Kirche aus einem Stausee auf. Denn auf seinem Grund steht die Ruine einer Kirche aus dem 16. Jahrhundert. Wenn der Fluss Grijalva, der den See mit Wasser versorgt, einer großen Dürre ausgesetzt ist, sinkt der Wasserspiegel um mehr als zwanzig Meter. Seit fast 50 Jahren wird hier für den Ort Nueva Quechula Wasser gespeichert. Zweimal ist das Gotteshaus bislang aufgetaucht, seitdem der Nezahualcoyotl-Damm 1966 gebaut wurde.

Mönche aus dem benachbarten Kloster von Tecpatan erbauten wohl einst die Kirche in Chiapas

2002 hatte der Stausee so wenig Wasser, dass Besucher das Naturdenkmal sogar zu Fuß erforschen konnten. Mönche aus dem benachbarten Kloster von Tecpatan erbauten wohl einst die Kirche. Sie war ursprünglich 61 Meter lang, 14 Meter breit, zehn Meter hoch und besaß einen 16 Meter hohen Glockenturm. Während einer großen Pest-Epidemie von 1773 bis 1776 wurde sie verlassen. Der mexikanische Architekt Carlos Navarete untersuchte die Kirche in Chiapas und geht davon, dass sie einst als Zentrum einer großen Gemeinschaft geplant wurde. 

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Der Beitrag erschien in der Ausgabe der RESTAURO 4/2021.

Tipp: Wanja Wedekind liegt die Restaurierung von Ruinen besonders am Herzen. Der promovierte Diplom-Restaurator arbeitet seit 20 Jahren in der praktischen Denkmalpflege. Das Interview zu Ruinenrestaurierung lesen Sie hier.