03.08.2020

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Nach der Flut

von Valentina Grossmann
um die Papierschätze zu sichern. Foto: Frati & Livi
um die Papierschätze zu sichern. Foto: Frati & Livi

In Venedig richtete das starke Hochwasser im November 2019 verheerende Schäden an. Der Bologneser Restaurator Piero Livi bewahrte die Lagunenstadt vor dem Verlust unermesslichen Kulturguts


Noch nicht einmal 24 Stunden nach dem Hochwasser war Piero Livi gemeinsam mit seinem Team in Venedig, um die Papierschätze zu sichern. Foto: Frati & Livi
Noch nicht einmal 24 Stunden nach dem Hochwasser war Piero Livi gemeinsam mit seinem Team in Venedig, um die Papierschätze zu sichern. Foto: Frati & Livi

Kirchengebäude, Villen und Bibliotheken liefen in Venedig mit Salzwasser voll. Am Tag der stärksten Flut, am 12. November 2019, stand das Wasser 70 Zentimeter hoch im Markusdom. Experten blieb nur wenig Zeit, Bücher, Papierrollen und Manuskripte zu retten. Restaurator Piero Livi, Inhaber der Bologneser Firma Frati & Livi, nahm sich der Aufgabe an und verhinderte einen schweren Verlust der Kulturschätze Venedigs.

Noch nicht einmal 24 Stunden nach dem Hochwasser war Piero Livi gemeinsam mit seinem Team in Venedig, um die Papierschätze zu sichern. Zeit sei entscheidend, wenn es um durchweichtes Papier gehe, erklärt der Restaurator. „Wenn ein Buch nass wird, fängt es innerhalb von 48 Stunden an zu schimmeln.“ Aus diesem Grund lagerten die Bücher gleich zu Beginn der Restaurierung bei einer Temperatur von minus 20 Grad in Containern. Denn Kälte verhindert das Verrotten von Papier.

Anschließend kam eine Gefriertrocknungstechnik zum Einsatz, die den Büchern die Feuchtigkeit entzieht. Die Anlage des Unternehmens von Piero Livi bietet Platz für eine 20 Meter lange Reihe an Büchern. Der Trocknungszyklus ist abhängig von der aufgesogenen Wassermasse und dauert in der Regel vier bis fünf Tage. Im letzten Schritt wurden die Bücher gepresst, desinfiziert und in Form gebracht. Den ursprünglichen Zustand habe er nicht wiederherstellen können, sagt Livi, aber sichergestellt, dass sie weiter von Nutzen sein können.

Lesen Sie weiter in der kommenden Ausgabe der RESTAURO 6/2020 zum Titelthema Art handling.

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