UNESCO-Weltkulturerbe-Liste erweitert

 

Das UNESCO-Weltkulturerbe-Komitee hat die neu bestimmten natürlichen wie kulturellen Stätten der Öffentlichkeit verkündet. 27 natürliche und kulturelle Sehenswürdigkeiten waren im Voraus nominiert gewesen, 21 davon hat das Komitee während seiner Sitzung in Istanbul nun in die UNESCO-Liste eingeschrieben. RESTAURO stellt die neuen Kulturerbestätten vor. Werfen Sie einen Blick in unsere Bildergalerie, um einen Eindruck von allen nominierten Sehenswürdigkeiten zu bekommen. Die 41. Sitzung des Komitees wird im Juli 2017 in Krakau, Polen, stattfinden. 

  • Zuojiang Huashan Rock Art Cultural Landscape (China): Im Südwesten Chinas findet sich die Felsenkunst auf 38 verschiedenen Stätten verteilt, die die Kultur des Luoyue Volk symbolisiert. Datiert wird die Region zwischen dem fünften Jahrhundert vor Christus und dem zweiten Jahrhundert nach Christus. Hier fanden früher Zeremonien statt, zwischen Höhlen, weitem Gelände und Flüssen. Die Landschaft ist das einzige, was von dieser Kultur übrig geblieben ist.

 

  • Archäologischer Überrest in der Universität Nalanda Mahavihara (Bihar, Indien): Die Nalanda Universität in Bihar vereinigt die archäologischen Überbleibsel einer einst klösterlichen und schulischen Institution, die auf das dritte Jahrhundert vor Christus und das 13. Jahrhundert nach Christus datiert werden. Enthalten sind Stupas, Schreine, häusliche und schulische Einrichtungen und bedeutendes Kunsthandwerk in Stuck, Stein und Metall. Nalanda zählt zu einer der ältesten Universitäten in Indien. Über 800 Jahre wurde hier ununterbrochen gelehrt und Wissen vermittelt.

 

  • Persischer Qanat (Iran): Die Frischwasserförderung – Qanat – gewährleistet eine konstante Besiedlung und gesunde Landwirtschaft. Grundwasser leitet durch die Täler, fließt durch untergründige Tunnel, und das über viele Kilometer weit. Die elf Qanats, die zu diesem Frischwassertransportsystem gehören, bieten zugleich Erholung für Arbeiter und große Wasserreserven.

 

  • Nan Madol, Zeremonielles Zentrum (Mikronesien): 99 künstliche Inseln formen Nan Madol an der südöstlichen Küste von Pohnpei. Errichtet wurden sie aus Wänden aus Basalt und Korallengestein. Die kleinen Inseln enthalten Überreste von Steinpalästen, Tempeln, Gräbern und Gebäuden, die zwischen 1200 und 1500 nach Christus erbaut wurden. Die Ruinen repräsentieren das zeremonielle Zentrum der Saudeleur Dynastie, die erste organisierte Regierung, die das Volk von Pohnpei zusammenbrachte. Die Inseln sind gleichzeitig der Lebensraum für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten.

 

  • Lut Wüste (Iran): Im Südosten des Irans findet sich Dasht-e-Lut, die Lut-Wüste. Beeindruckendes Merkmal sind die gewellten Hügelketten, die aufgrund des starken Winds die dürre, subtropische Region formen. Die Wüstenregion ist ein außergewöhnliches Beispiel für den stetig fortschreitenden geologischen Prozess.

 

  • Western Tien-Shan (Kazakhstan, Kyrgyzstan, Uzbekistan): Das Bergsystem gehört zu einem der größten weltweit. Western Tien-Shan liegt in einer Höhe von 700 bis 4.503 Meter. Verschieden ausgeformte Landschaften bieten zahlreichen Arten einen Rückzugsort. Hohe Fruchternten, eine extreme Walddichte und einzigartige Pflanzen kommen hier zum Vorschein.

 

  • Ennedi Massif (Chad): Das Sandstein-Massiv Ennedi Massif hat sich aus Wasser und Winderosionen entwickelt und Gebirge und Täler hervorgebracht, die von Klippen, Felsen und Gestein geformt und umgeben sind.

 

  • Ahwar (Irak): Sieben Stätten gehören hier dazu. Drei archäologische Ruinen und vier Moorgebiete. Sie gehören zu einzigartigen Sehenswürdigkeiten in einer extrem heißen, dürren Umgebung.

 

 

  • Archäologische Stätte in Philippi (Griechenland): Errichtet im Jahr 356 vor Christus von König Philip II, entwickelte sich die Stadt als „Klein-Rom“ parallel zur Gründung des Römischen Reichs. Das hellenische Theater und der Grabtempel wurden ergänzt mit römischen Gebäuden wie das Forum. Später etablierte sich die Stadt zum Zentrum des christlichen Glaubens.

 

  • Antequera Dolmens (Spanien): In Andalusien befindet sich das Ensemble eines der größten Megalithbauwerke Europas, zusammengesetzt aus groben, unbehauenen Steinblöcken: Menga, Viera und El Romeral. Die Monolithen formen Grabkammern mit Kuppeln und eingestürzten Dächern.

 

  • Archäologische Stätte in Ani (Türkei): Religiöse, militärische, heimische Strukturen prägen die mittelalterliche Stadt und repräsentieren den städtischen Flair in Zeiten des Mittelalters, der aus jahrhundertelanger Arbeit von christlichen und später muslimischen Dynastien hervorgegangen war.

 

  • Gorham’s Cave Komplex (Großbritannien): Vier Höhlen mit archäologischen und paläontologischen Rückständen beweisen eine damalige Anwesenheit von Neanderthalern, die mehr als 125.000 Jahre dort gelebt haben müssen. Nachgewiesen werden konnte das vor allem durch archäologische Funde, die Rückschlüsse auf Jagd- und Essverhalten zuließen. Zugleich konnten Archäologen Gravuren im Gestein des Felsens ausmachen.

 

  • Le Corbusier Architektur: In sieben Ländern findet sich das architektonische Werk von Le Corbusier. Sie stehen stellvertretend für eine neue Form moderner Architektur und dem Bruch mit bestehenden Konventionen der Vergangenheit. Ein halbes Jahrhundert lang dauerte es, bis die Gebäude fertig waren.

 

  • Antigua Naval (Antigua und Barbuda): Im georgischen Stil sind die Gebäude gehalten und umgeben von tiefen, engen Buchten und Hochlandgebirge, das Schutz vor Hurricanes und Umweltkatastrophen bietet. Hier wurden früher Schiffe repariert. Der Hafen – Antigua Naval Dockyard – entstand zum Ende des 18. Jahrhunderts, maßgeblich beteiligt an seinem Bau waren afrikanische Sklaven, ohne die der Hafen wohl nie fertig geworden wäre. Zu jener Zeit drohten europäische Mächte die Kontrolle über die Karibik zu gewinnen.

 

  • Pampulha Modernes Ensemble (Brasilien): Das Ensemble war das Zentrum des visionären Gartenstadt-Projekts im Jahr 1940. Errichtet wurde es um einen künstlichen See herum. Es dient als kulturelles Erholungsgebiet und Freizeitort. Ein Casino, ein Ballsaal, ein Golf Yacht Club und die Sao Francisco von Assis Kirche befinden sich hier. Das Pampulha Ensemble repräsentiert den Einfluss der regionalen Tradition, dem brasilianischen Klima und moderner Architektur.

 

  • Khangchendzonga Nationalpark (Indien): Im Herzen des Himalayagebiets in Nordindien sitzt der Nationalpark, der einzigartige Pflanzenarten und Naturerscheinungen beherbergt: Gletscher, Seen, Schnee bedeckte Berge, Täler, die Vielfalt der Flora kommt hier in voller Pracht zur Geltung.

 

  • Hubei Shennongjia (China): Das Waldgebiet gehört zu einem der größten Wälder in Zentralasien und beherbergt Lebensraum für seltene Tierspezien, wie zum Beispiel der Chinesische Salamander, der Stupsnasenaffe, der Wolkenleopard oder der Asiatische Schwarzbär. Gerade für die Forschung im Bereich der Botanik stellt Shennongjia eine der größten Besonderheiten und Raritäten dar.

 

  • Mistaken Point (Canada): Am südöstlichen Zipfel der Insel Newfoundland befindet sich das fossile Küstenphänomen „Mistaken Point“. Enge, 17 Kilometer lange Streifen rauer Klippen, deren Entstehung 580 Millionen Jahre zurückreicht, repräsentieren die am ältesten bekannte Ansammlung riesiger Fossilien.

 

  • Archipiélgo de Revillagigedo (Mexiko): Im Pazifischen Ozean liegen die vier Inseln San Benedicto, Socorro, Roca Parida und Clarión. Die Inseln sind ein Teil einer überschwemmten Gebirgsregion. Einst waren die Inseln Gipfel der Vulkane.

 

  • Sanganeb Marine Nationalpark und Dungonab Bay (Sudan): Zwei Gebiete formen die Stätte. Sanganeb ist ein isoliertes Korallenriff im Roten Meer und das einzige Lagunenriff, 25 Kilometer entfernt von der sudanischen Küste. Dungonab Bay und Mukkawar Island befinden sich 125 Kilometer nördlich.