Was Salzburg im Januar zu bieten hat

Mitte Januar findet in Salzburg die MONUMENTO bereits zum vierten Mal statt. Die Fachmesse für Denkmalpflege, Kulturerbe, Restaurierung und Konservierung bildet den Aufakt zum Europäischen Kulturerbejahr 2018. Verschiedene Leitthemen bestimmen die Messetage

Salzburg ist ein Besuchermagnet. Die Kulisse der barocken Stadt beherrscht die Festung Hohensalzburg aus dem 11. Jahrhundert. Die kostbar ausgestatteten mittelalterlichen Fürstenzimmer im Hohen Stock wurden neu präsentiert (s. RESTAURO 1/2018, S. 14). Wer sich für Restaurierung interessiert, für den lohnt sich ohnehin ein Besuch in Salzburg. Denn hier findet vom 11. bis zum 13. Januar 2018 zum vierten Mal die MONUMENTO Salzburg, die Fachmesse für Denkmalpflege, Kulturerbe, Restaurierung und Konservierung, statt. Das Publikum bekommt dort die Möglichkeit, hinter die Kulissen der Denkmalpflege, des traditionellen Handwerks und der Restaurierung zu blicken. Die MONUMENTO wird in diesem Jahr durch den Salzburger Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer eröffnet und bildet den Auftakt zum Europäischen Kulturerbejahr 2018. Daher ist ein Schwerpunkt, das gemeinsame kulturelle Erbe zu bewahren sowie das Bewusstsein für diesen vielfältigen Reichtum und seinen Schutz zu fördern. Dabei werden die einzelnen Messetage durch verschiedene Leitthemen bestimmt: Traditionelles Handwerk und Kulturlandschaft (11.1.), Disziplinen der Restaurierung und handwerkliche Techniken (12.1.) und Aufbruch in die Digitalisierung und Vermittlung (13.1).

Die Aussteller kommen aus dem In- und Ausland. So hat es sich die Münchner Firma Kurecon zur Aufgabe gemacht, Denkmäler und Kulturgüter zu bewegen. Auf der Messe können die Besucher nun einen Kulturgutrettungscontainer begutachten, mit welchem das Unternehmen eine sichere Transportmöglichkeit von gefährdetem oder beschädigtem Kunst- und Kulturgut ermöglicht. Der vor Ort gezeigte Container des Fraunhofer-IBP Holzkirchen dient als Ausstellungsort für das Oberösterreichische Landesmuseum Linz und das Pfahlbaukuratorium Wien. Restauratorin und Kurecon-Inhaberin Maruchi Yoshida verrät: „Im Inneren zeigen wir ein Container-Kino und Techniken zur Bergung und Sicherung von Unterwasserfunden.“ Außerhalb des Containers präsentiert das Pfahlbaukuratorium eine kleine Ausstellung zum Projekt „Zeitensprung“.

Keimfarben gilt als führender Anbieter minerali- scher Anstrichsysteme. In den 1870er-Jahren er- fand der Münchner Wissenschaftler Adolf Wilhelm Keim eine Farbe aus flüssigem Kaliumsilikat und mineralischen Pigmenten, die den Anforderungen des Klimas hierzulande gewachsen war – und gleichzeitig über eine ganz besondere Farbbrillanz verfügte. Acht Jahre später erhielt er das Patent für seine zweikomponentige reine Silikatfarbe. Bis heute bestimmt diese das Kerngeschäft der Firma, die 2018 ihr 140. Firmenjubiläum feiert. Die Farbe finden wir an zahlreichen Schlössern und Kirchen im In- und Ausland. Das Thema Denkmalpflege wird bei Keimfarben groß geschrieben. Historisch bedeutende Objekte wie die Befreiungshalle Kelheim, Schloss Linderhof, das Benediktinerkloster Stift Melk in Österreich oder der Originalanstrich des Rathauses Schwyz, Schweiz von 1891 belegen die Qualität und Langlebigkeit Keim’scher Mineralfarben. Geheimnis ihrer Dauerhaftigkeit sind das Prinzip der Verkieselung, die absolut UV-beständigen Pigmente und die hochwertigen Rohstoffe. Auf der MONUMENTO 2018 präsentiert sich Keimfarben nicht nur mit einem fundierten Dienstleistungsspektrum sondern gleich mit zwei Neuprodukten für die Denkmalpflege: Keim Kristall-Felsit-Fein – für historische Fassaden mit feiner, edler Struktur und Keim Unikristalat-Arte – titandioxidfrei, für lebendige, farbtiefe Fassaden.

Aber auch neben der Präsentation der Aussteller ist ein spannendes Programm geplant. Vor der offiziellen Eröffnung diskutieren Experten am Donnerstag, 11.1., zum Thema: „Wohnen im Welterbe. Stärkung der Stadt- und Ortskerne!“, das auch die Stadt Salzburg betrifft. Der Institutsvorstand der Technischen Universität Wien Univ.- Prof. Dr. Nott Caviezel zeigt in seinem Vortrag die derzeitige Situation hierzu auf. Daneben sprechen unter anderem Dipl. Ing. Eva Hody (Leiterin des BDA Salzburg), Mag. Inga Horny (Altstadt Verband) und Architektin DI Heide Mühlfellner. Am 12. und 13.01.2018 finden im Rahmen der MONUMENTO zudem die Europäischen Bauforschertage statt. Das Institut für Architekturtheorie und Baugeschichte der Universität Innsbruck – unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr.-Ing. Klaus Tragbar und in Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Landeskonservator von Salzburg HR Dr. Ronald Gobiet – behandelt zwei der fünf Themenschwerpunkte des Europäischen Kulturerbejahres.

In eigener Sache

RESTAURO veranstaltet auf der MONUMENTO wieder einen RESTAURO TALK unter dem Claim „Wirtschaft trifft Kultur“: Das Thema diesmal lautet: „Crossing borders. Neue Märkte im Ausland“ erschließen.“

Deutschsprachige Handwerker – Kirchenmaler, Steinmetze, Stukkateure und Vergolder – sowie Restauratoren haben einen hervorragenden Ruf und sind in der Denkmal-
pflege international gefragt. Erfolgreiche Geschäfte im
Ausland setzen allerdings eine gute Vorbereitung voraus.
Viele Fragen gibt es zu klären. Denn Gesetze, Vergaberechte, Zoll- und Visabestimmungen sind von Land zu Land unterschiedlich. Außerdem sollte man über entsprechende Sprachkenntnisse verfügen und um die kulturellen Eigenheiten des jeweiligen Landes wissen.

Termin: 11./12. Januar 2017, 13:00 Uhr bzw. 12:00 Uhr, Messezentrum, Salzburg

Den ausführlichen Messe-Vorbericht lesen Sie in der RESTAURO 1/2018, S. 38 bis 41