13.09.2022

Restauratorische Reinigung der Propheten auf dem Berliner Dom von Kärcher

von Martin Miersch
Arbeiten mit besonderer Aussicht: Der Berliner Dom steht auf der Museumsinsel. Foto: Kärcher
Arbeiten mit besonderer Aussicht: Der Berliner Dom steht auf der Museumsinsel. Foto: Kärcher

Der Berliner Dom wird seit über vier Jahren umfassend restauriert. Nun engagierte sich Kärcher bereits zum zweiten Mal im Rahmen seines Kultursponsorings bei der Fassadensanierung des Bauwerks. Nachdem im Jahr 2020 die Reinigung des prominenten Südwestturms durchgeführt wurde, unterzog Kärcher in Zusammenarbeit mit dem Dombaubüro die Figuren der Propheten Moses und Johannes des Täufers jetzt einer restauratorischen Reinigung

Seit über vier Jahren wird der Berliner Dom restauriert. Zu DDR-Zeiten stark vernachlässigt, konnten jüngst dringend notwendige Instandhaltungsmaßnahmen durch großzügige finanzielle Zuwendungen aus der Bevölkerung an die Deutsche Stiftung Denkmalschutz sowie durch die unentgeltliche Reinigungsarbeit der Firma Kärcher am Turm B durchgeführt werden. Nachdem bereits im Jahr 2020 die Reinigung des prominenten Südwestturms durchgeführt wurde, unterzog die Firma Kärcher in Zusammenarbeit mit dem Dombaubüro die monumentalen Figuren der Propheten Moses und Johannes des Täufers einer umfassenden restauratorischen Reinigung.  „Wir freuen uns sehr, dass Kärcher sich erneut bereit erklärt hat, uns bei der Mammutaufgabe der Fassadenrestaurierung des Berliner Doms zu unterstützen“, sagt Dombaumeisterin Sonja Tubbesing. „Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so erscheint – die gesamte Fassade des Doms ist in einem restaurierungsbedürftigen Zustand. Die Instandhaltung bedarf vieler helfender Hände und umfassender Unterstützung und wir sind jedem sehr dankbar, der etwas zu dieser bedeutenden Aufgabe beiträgt.“

Schonende Entfernung des biogenen Bewuchs mit Hilfe von Heißwasser-Hochdruckreinigern in der schonenden Dampfstufe mit 95 °C. Foto: Kärcher
Schonende Entfernung des biogenen Bewuchs mit Hilfe von Heißwasser-Hochdruckreinigern in der schonenden Dampfstufe mit 95 °C. Foto: Kärcher

Die Figuren aus Postaer Sandstein befinden sich in 30 Metern Höhe an der Ostseite des Doms und waren von Moosen, Flechten und Algen und so genannten schwarzen Krusten überzogen. Die Reinigung erfolgt in zwei Schritten. In einem ersten Schritt entfernten die Reinigungsexperten den biogenen Bewuchs mit Hilfe von Heißwasser-Hochdruckreinigern in der schonenden Dampfstufe mit 95 °C und einem reduzierten Druck von maximal 0,5 – 1 bar. Die Verkrustungen wurden im zweiten Arbeitsschritt ausgedünnt.

Kärcher reinigte in zwei Arbeitsschritten, Konsolidierungs- und Ergänzungsmaßnahmen nimmt jetzt ein Restaurator vor

 

Dabei kam das sogenannte Niederdruck-Partikelstrahlverfahren zum Einsatz: Aus einem Abstand von 10 bis 20 cm und mit einem Oberflächendruck von 0,5 bis 2 bar trugen die Spezialisten, ausgestattet mit Atemschutzmasken und Schutzanzügen, die Schmutzschichten schonend mit einem Aluminiumsilikat-Strahlmittel ab. Diese Technik war auch schon bei der Reinigung des Südwestturms das Mittel der Wahl. Sie ähnelt in ihrem Prinzip dem bekannten Sandstrahlen, nur dass beim Niederdruck-Partikelstrahlverfahren deutlich schonender vorgegangen wird. Im Anschluss an die Reinigung nimmt mit der finanziellen Unterstützung des Dombauvereins der Restaurator eines beauftragten Steinmetzbetriebs Konsolidierungs- und Ergänzungsmaßnahmen an den Figuren vor.

Die Figuren aus Postaer Sandstein waren von Moosen, Flechten und Algen und so genannten schwarzen Krusten überzogen. Foto: Kärcher
Die Figuren aus Postaer Sandstein waren von Moosen, Flechten und Algen und so genannten schwarzen Krusten überzogen. Foto: Kärcher
Entfernung der Verkrustungen durch Niederdruck-Partikelstrahlverfahren. Foto: Kärcher
Entfernung der Verkrustungen durch Niederdruck-Partikelstrahlverfahren. Foto: Kärcher

Seit 2018 sind diverse Schäden an der Domfassade bekannt. Seitdem läuft die umfassende Restaurierung der vier Ecktürme oberhalb des Hauptkranzgesimses. Die Schäden an den Säulen, Pilastern, Kapitellen, Zierelementen und Figuren aus Sandstein wurden unter anderem durch Ruß, Regen und Abgase verursacht. Eindringendes Regenwasser hat aufgrund defekter oder fehlender Fugen die Steinsubstanz zusätzlich geschädigt. Seit Beginn der Arbeiten konnten ca. 20 Prozent der notwendigen Sanierungsmaßnahmen abgeschlossen werden.

Auch feinste Schmutzschichten lassen sich mit dem Niederdruck-Partikelstrahlverfahren schonend entfernen. Foto: Kärcher
Auch feinste Schmutzschichten lassen sich mit dem Niederdruck-Partikelstrahlverfahren schonend entfernen. Foto: Kärcher
Gut zu erkennen: Vor und nach der Reinigung. Foto: Kärcher
Zustand vor und nach der Reinigung. Foto: Kärcher

Der Reinigungsgerätehersteller Kärcher hat im Rahmen seines Kultursponsoringprogramms seit 1980 weltweit über 150 Denkmäler restauratorisch gereinigt. Dazu zählen neben den Kolonnaden des Petersplatzes in Rom, der Christusstatue in Rio de Janeiro, den über 3.300 Jahre alten Memnonkolossen im oberägyptischen Luxor und den Präsidentenköpfen am Mount Rushmore auch der Aachener Dom und die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche in Berlin. Die Reinigungen finden stets in enger Zusammenarbeit mit Denkmalschützer:innen, Restaurator:innen und Kunsthistoriker:innen statt.

Mehr zum Engagement von Kärcher im Kölner Dom lesen Sie in der RESTAURO 8/2021.

Tipp: 2019 fand an der HTW Berlin eine Tagung zum Thema Nanokalk statt. Restauratoren berichteten hier über ihre Erfahrungen und Einschätzungen zum Arbeiten mit Nanokalkprodukten an Fallbeispielen. Auf Initiative von Prof. Dr. Gerald Ziegenbalg (IBZ-Salzchemie GmbH & Co. KG) organisierte Dr. Wanja Wedekind die Veranstaltung für die Fachgruppe Stein in Kooperation mit der Fachgruppe Wandmalerei-Baufassung unter Leitung von Sven Taubert. Erfahren Sie hier mehr zu Nanonaterialien in der Steinrestaurierung.

Das Kultursponsoring von Kärcher

 

Kärcher hat im Rahmen seines Kultursponsoringprogramms seit 1980 weltweit über 150 Denkmäler restauratorisch gereinigt. So kooperiert e Kärcher mit der Dombauhütte des Kölner Domes: Der historische Sandstein- und Mosaikboden in dem UNESCO-Weltkulturerbe erhielt eine umfassende Reinigung. Nachdem im Dom bislang manuell gereinigt wurde, kam nun erstmals moderne Technik zum Einsatz: Auf den 4.000 m² Sandsteinboden im Kirchenschiff lösten die Kärcher-Experten mit einem Heißwasser-Hochdruckreiniger in Verbindung mit einem Flächenreiniger den Schmutz mit 80 °C heißem Wasser und 1–2 Bar Druck aus den Poren heraus. Das Ergebnis ist klar sichtbar: der gereinigte Sandstein ist deutlich heller, die Strukturen des Steins wieder erkennbar. Erfahren Sie mehr im Video:

Vorheriger Artikel

Nächster Artikel

das könnte Ihnen auch gefallen

Scroll to Top