05.04.2022

Branchen-News

Jagdbogen in Alaska gefunden: 460 Jahre alt

von Martin Miersch
Dr. Priscilla Morris, United States Forest Service-Expertin für Holzerkennung, untersucht den Jagdbogen, um festzustellen, aus welchem Holz er gefertigt ist. Foto: NPS / J. Rogers
Dr. Priscilla Morris, United States Forest Service-Expertin für Holzerkennung, untersucht den Jagdbogen, um festzustellen, aus welchem Holz er gefertigt ist. Foto: NPS / J. Rogers

Im Herbst 2021 fanden Mitarbeiter des National Park Service einen geschnitzten hölzernen Jagdbogen in einem See im Lake Clark National Park and Preserve in Alaska. Der gut erhaltene Bogen hat eine Länge von 137 Zentimetern und wird aktuell im Alaska Regional Curatorial Center des National Park Service untersucht. Dr. Priscilla Morris vom United States Forest Service analysiert das Holz


Der Jagdbogen ist etwa 460 Jahre alt

Der Lake Clark im Südwesten des US-Bundesstaates Alaska ist die Heimat des Dena’ina-Stammes. Elche, Braunbären, Wölfe und Karibus leben hier. Vor circa 14.000 Jahren wurde die Region erstmals von Sibirien aus über eine damals noch bestehende Landbrücke besiedelt. Über das Leben, die Waffentechnologie und die Jagdmethoden der ersten Bewohner Alaskas ist nur wenig bekannt. Umso bedeutsamer ist daher der Fund, den Mitarbeiter des National Park Service Ende September 2021 in einem See im Lake Clark National Park and Preserve in Alaska machten: einen historischen Jagdbogen aus Holz.

Der geschnitzter hölzerner Jagdbogen misst 137 cm von der Spitze bis zum Ende und ist in einem erstaunlich guten Zustand erhalten. Nach der Entdeckung wurde der Bogen zum Alaska Regional Curatorial Center in Anchorage transportiert, wo er derzeit analysiert und konservatorisch behandelt wird. Archäologen haben Anfang März 2022 eine kleine Probe des Bogens für eine Radiokohlenstoff-Datierungsanalyse eingereicht. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Bogen etwa 460 Jahre alt ist und zwischen 1506 und 1660 n. Chr. datiert werden kann.

Die Untersuchung

Die Mitarbeiter des National Park Service beraten sich weiterhin mit den Ältesten und untersuchen diese Entdeckung, indem sie den Bogen mit ähnlichen Artefakten vergleichen, die in Museen in Alaska und anderswo aufbewahrt werden. Der Park berät sich auch mit Museumskonservator:innen und Konservierungsexpert:innen, um die Erhaltung des Bogens sicherzustellen. Vorläufige Untersuchungen deuten darauf hin, dass dieser höchstwahrscheinlich aus Fichtenholz gefertigt ist und einen Bogen im Yup’ik- oder Alutiiq-Stil darstellt, der eher in Westalaska oder auf der Alaska-Halbinsel als in der Region um den Lake Clark hergestellt wird; der NPS beginnt jedoch gerade erst, dieses Objekt zu untersuchen. Während der Lake Clark National Park seit Tausenden von Jahren vor allem die Heimat der Dena’ina ist, haben Yup’ik sprechende Menschen in der Nähe, entlang des südlichen und westlichen Ufers des Iliamna-Sees, gelebt.

Lesen Sie weiter in der RESTAURO 7/2022.

Blick in den Lake Clark National Park in Alaska sehen Sie hier: 

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Lesetipp: Review: Die Absolventen der Staatlich anerkannten Fachakademie zur Ausbildung von Restauratoren für Möbel und Holzobjekte in München stellen ihre Facharbeiten vor.

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