11.11.2015

Projekte

CyArk – Kulturelles Gedächtnis

von Friederike Ebeling

CyArk, eine Non-Profit-Organisation, die bereits zahlreiche berühmte Kulturstätten der Welt digitalisiert hat, gab Ende Oktober den Startschuss für  „Project Anqa“. In diesem Projekt sollen bedrohte historische Stätten in Syrien, dem Irak und dem Nahen Osten digitalisiert, dokumentiert und archiviert werden. Das Projekt ist ein gemeinsames Vorhaben mit dem International Council of Monuments and Sites (ICOMOS). ICOMOS ist eine nichtstaatliche globale Organisation, die sich dem Erhalt und Schutz von Kulturstätten verschrieben hat.


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Zikkurat von Ur im Irak. Foto: CyArk


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Der Laserscan. Foto: CyArk

 

„Das unschätzbar wertvolle Erbe der alten ‚Wiege der Zivilisation’ ist in akuter Gefahr. Das zeigen die Zerstörungen in Palmyra und Mossul überdeutlich“, sagt Ben Kacyra, Präsident und Mitbegründer von CyArk.  „Wir haben die digitale Technologie zur Verfügung, um maßstabsgetreue 3D-Modelle dieser historischen Stätten anzufertigen, bevor sie beschädigt oder zerstört werden.“

CyArk und ICOMOS werden mit Experten vor Ort im Nahen Osten zusammenarbeiten, um kulturelle Stätten mittels Real-Capture-Technologie wie 3D-Laserscanning, Photogrammetrie sowie traditionellen Aufnahmen zu vermessen. Die erste Stätte, die im Rahmen des Project Anqa digitalisiert wurde, ist das Zikkurat von Ur (Irak).


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Kloster Geghard in Armenien. Foto: CyArk


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3D-Scan. Foto: CyArk

 

Aus den an jedem Standort gesammelten Daten lassen sich präzise Blaupausen erstellen. Diese können verwendet werden, um beschädigte oder zerstörte Stätten wieder neu aufzubauen. Zudem können die digitalen Monumente dank der Datenbibliothek auf der CyArk-Webseite virtuell besichtigt werden. Derzeit sind knapp 100 Stätten für die Öffentlichkeit und für Bildungsstätten verfügbar – über kostenlose virtuelle Touren, 3D-Modelle und Unterrichtspläne.

Pro Standort werden etwa 10.000 Gigabyte Datenvolumen benötigt. Dies würde, in Papier umgerechnet, in etwa einer Menge von 200 LKW-Ladungen entsprechen. Um diese enorme Menge an Daten aus der tatsächlichen Vermessungsarbeit in einem Archiv zu verwalten, setzt CyArk auf die Partnerschaft mit führenden Unternehmen der Technologiebranche.

 


 

Über CyArk

CyArk ist eine international tätige gemeinnützige Organisation. Sie hat sich dem Ziel verschrieben, durch den Einsatz von 3D-Laserscanning, Photogrammetrie sowie traditionellen Aufnahmen eine für jeden zugängliche 3D-Online-Bibliothek von Kulturstätten auf der ganzen Welt zu schaffen, bevor diese durch Naturkatastrophen, menschliche Konflikte oder durch den Lauf der Zeit verloren gehen. Angespornt durch die Zerstörung der 1600 Jahre alten Bamiyan-Buddhas in Afghanistan durch die Taliban, wurde CyArk im Jahr 2003 gegründet. Die Organisation möchte  sicherstellen, dass Kulturstätten auch für zukünftige Generationen verfügbar und zugleich auch für unsere heutige Generation auf einzigartige Weise erlebbar sind.

Lesen Sie hier ein Interview über Palmyra mit Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz sowie Leiter zahlreicher Ausgrabungsprojekte.

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