Wenn sich Sensation als schöner Schein entpuppt

Eine herrschaftliche Krone – oder doch nur ein schmuckvoller Eimerbeschlag? So genau weiß man das manchmal nicht. Die Sonderausstellung „Irrtümer & Fälschungen der Archäologie“ im LWL-Museum für Archäologie in Herne zeigt noch bis 9. September 2018 spektakuläre Fehlurteile und Betrugsfälle aus ganz Europa, Ägypten und dem Nahen Osten.

Schöner Schein: 200 Fehlurteile und Betrugsfälle aus ganz Europa, Ägypten und dem Nahen Osten

Von Schliemanns „Schatz des Priamos“ bis hin zu Kujaus „Hitler-Tagebüchern“: Mit über 200 Exponaten deckt die Sonderausstellung „Irrtümer & Fälschungen der Archäologie“ im Archäologiemuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in Herne bis 9. September 2018 spektakuläre Fehlurteile und Betrugsfälle in ganz Europa, Ägypten und dem Nahen Osten auf.

„Wenn beeindruckende archäologische Funde wie die Tiara, die Kopfbedeckung des Saitaphernes im weltberühmten Pariser Museum Louvre sich als Täuschung entpuppen, weiß man, es kann jeden treffen. Uns hat es schon einmal erwischt“, erklärte Museumsleiter Dr. Josef Mühlenbrock. So zeigt das LWL-Museum in Herne zum einen Irrtümer und Fälschungen, die international für Aufsehen sorgten, zum anderen aber auch regionale Fälle – zum Beispiel westfälische Irrtümer. Der Fund steinzeitlicher Feuersteine in Herten entpuppte sich zum Beispiel eindeutig als pfiffige Marketing-Idee eines hiesigen Wurstfabrikanten. Das Material der Werkzeuge und Waffen könnte allerdings zum Teil echt steinzeitlich sein. Leider sind sie verschollen.

„Die Ausstellung ‚Irrtümer & Fälschungen‘ ist der garantiert echte Startschuss zu unserem Themenjahr ‚Fakt oder Fake'“, erklärte LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger. Neben Irrtümern und Fälschungen stünden Verschwörungstheorien sowie „unerlaubter Wissenstransfer“ in der Wirtschaft auf dem Programm. Rüschoff-Parzinger: „Das Thema ‚Fakt oder Fake‘ trifft den Zeitgeist – in Westfalen-Lippe genauso wie weltweit.“

Interaktives Programm

Ob Fakt oder Fake, ist nicht immer eindeutig auseinanderzuhalten. Am eigenen Leib können dies die Besucherinnen der Sonderausstellung an zahlreichen interaktiven Medienstationen erfahren. So lädt ein Prüfgerät dazu ein, das eigene Bargeld auf seine Echtheit zu prüfen. Aus einer Vielzahl „falscher“ Knochen soll ein echtes Skelett und nicht etwa ein fabelhaftes Einhorn zusammengesetzt werden.

Mehr Informationen unter: Irrtümer-Ausstellung in Herne