Wissenstransfer in Wien

Eine österreich-indische Kooperation: Am Institut für Konservierung und Restaurierung in Wien findet bis zum 25. April ein Workshop in Zusammenarbeit mit Indien statt. Thematisiert werden verschiedene Methoden der Konservierung und die Ausstattung von Restaurierungswerkstätten

Die Kooperation von Indien und Österreich hat in den Konservierungswissenschaften hat schon eine lange Tradition. Seit knapp 15 Jahren arbeitet das Institut für Konservierung und Restaurierung der Universität für angewandte Kunst Wien mit Indien zusammen. Heute Morgen, den 24. April, startete ein Workshop am Institut für Konservierung und Restaurierung in der Donaumetropole. Institutsleiterin Prof. Dr. Gabriela Krist veranstaltet die dreitägige Weiterbildung gemeinsam mit der indischen Botschaft (bis 25. April). Im Mittelpunkt steht diesmal der Austausch über verschiedene Methoden der Konservierung und die Ausstattung von Restaurierungswerkstätten. So soll der Transfer von technologischem Know How intensiviert und die Zusammenarbeit mit industriellen Herstellern von Werkzeugen und Laborgeräten im Rahmen der von Indien 2014 ausgerufenen „Make in India“-Initiative ausgebaut werden. Zu den indischen Teilnehmern zählt unter anderem Navin Piplani, Direktor des Indian National Trust for Art and Cultural Heritage (INTACH) sowie Shiv Sankar Panda vom National Research Laboratory for Conservation of Cultural Property in Lucknow.

Durch den Wissenstransfer hat die akademische Restauratorenausbildung in Indien schon profitiert – und Zugang zu praktischer Umsetzung von Lehrinhalten durch die Arbeit am Objekt bekommen. Denn die Einübung von Restaurierungs- und Konservierungstechniken sind in der Studienordnung des National Museum Institute of History of Art, Conservation and Museology in Neu-Delhi – dort kann man das einzige Masterstudium für Konservierungswissenschaften in Indien absolvieren – nicht vorgesehen. Diese Ausbildungslücke füllt das Institut für Konservierung und Restaurierung der Wiener Angewandten. „Die Professionalisierung und wissenschaftliche Fundierung der Tätigkeit von Restauratoren ist auch in Indien ein großes Anliegen, das wir als Angewandte mit unserem Wissen gerne unterstützen,“ erklärt Institutsleiterin Gabriela Krist. „Die Zusammenarbeit mit Indien ist ein herausragendes Beispiel für gelungenen Wissenstransfer in beide Richtungen auf dem Gebiet des Schutzes des Kulturerbes.“ Die Wiener Professorin gehört außerdem zu den internationalen Beratern des Napier Museum in Trivandrum, Kerala, wo Sammlungspflege derzeit ein zentrales Thema ist – vom Transport über die sachgemäße Lagerung bis hin zur Pflege und Reinigung der Objekte. Seit 2016 gibt es auch dazu gemeinsame Workshops. Der Nächste findet 2019 statt.