Welchen Wert hat ein Industriedenkmal?

Der Mauterner Brücke in Niederösterreich – Teil des UNESCO-Welterbes – drohte aus wirtschaftlichen Gründen der Abriss. Dieser wurde nun zwar verhindert, diskutiert wird jedoch noch immer viel. Die Donau-Universität Krems veranstaltet jetzt vom 20. bis 21. April 2018 dazu eine Fachtagung, um über den Flussübergang, seine Geschichte und die Bedeutung von Industriedenkmälern sowie deren Zukunft zu informieren.

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Die Mauterner Brücke von 1895 wurde nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 in Teilen neu errichtet. Sie verbindet die beiden niederösterreichischen Städte Krems (nördliches Donauufer) und Mautern (südliches Ufer). Foto: Wikimedia Commons / Bwag

 

Ihre Form ist speziell. Unsymmetrisch. Als bestünde sie aus zwei Teilen. Die Mauterner Brücke. Die eiserne Fachwerkkonstruktion spannt sich zwischen dem niederösterreichischen Krems am Nordufer und Mautern am Südufer über die Donau. Immer wieder diskutierte man zuletzt über die Zukunft des Flussübergangs. Denn es muss nicht nur Rost an der über 122 Jahre alten Brücke entfernt und das Tragwerkt auf seine Stabilität untersucht werden. Laut Schifffahrtsgesetz ist die Straßen-, Rad- und Fußgängerbrücke derzeit um knapp einen halben Meter zu niedrig. Und auch bei den Brückenpfeilern muss nachgerüstet werden, denn es fehlt eine Bewehrung. Sogar von einem Abriss mit folgendem Neubau war bereits die Rede. Nun ist klar: Das Bauwerk bleibt. Und das in seiner derzeitigen Form. Eine Fachtagung der Donau-Universität Krems widmet sich im April dem unter Denkmalschutz stehenden Industriedenkmal, das Teil des UNESCO-Welterbes ist.

Ein einzigartiges „Flickwerk“

Die besondere Gestaltung der Mauterner Brücke ist historisch bedingt – und damit ein einzigartiges Zeitzeugnis. Als 1866 die letzte Holzbrücke abbrannte, eröffnete man 1895, noch in monarchischer Zeit, den rund 440 Meter langen Donauübergang aus Stein und Stahl. Nur 50 Jahre später sprengte die Wehrmacht den südlichen Brückenteil, der sogleich während der sowjetischen Besatzungszeit neu errichtet wurde – jedoch mit geraden Elementen, ohne bogenförmiges Fachwerk.

Der Donauübergang und seine Geschichte

Die Donau-Universität Krems nahm die aktuellen Diskussionen über die Mauterner Brücke zum Anlass, um am 20. und 21. April 2018 im Audimax der Universität die Geschichte des Donauübergangs in ihrer Gesamtheit zu behandeln. Neben speziellen Fragen zur Erhaltung von eisernen Brücken und der Bedeutung von Industriedenkmälern im Allgemeinen, beleuchten wiedergefundene Originaldokumente die mitunter lebensgefährlichen Herausforderungen, mit denen die Brückenbaumeister zu kämpfen hatten. Auf der Fachtagung „Die Mautener Brücke. Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft“ referiert zum Beispiel Mag. Christoph Hütterer vom Bundesdenkmalamt über den Denkmalschutz in Österreich und MMag. DDr. Peter Strasser, LL.M. von der Donau-Universität Krems über Welterbeverträglichkeitsprüfungen für Brücken. Das Pionierbataillon 3 aus Melk unterstützt die Tagung mit einer Vorführung seines modernen Brückenbaugerätes sowie den neuen Donau-Booten für einen Lokalaugenschein der Brücke.

Weitere Informationen und das vollständige Programm: https://www.donau-uni.ac.at/de/department/bauenumwelt/veranstaltungen/id/26462/index.php

Die Teilnahme ist kostenlos. Eine Anmeldung aus organisatorischen Gründen ist erforderlich unter: zkgs@donau-uni.ac.at