Wenn weniger mehr ist

Ayhan Ayrilmaz ist Direktor der Abteilung Architektur in der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG). Der Architektur-Chef koordiniert das gewaltige Sanierungsprogramm der Schlösserstiftung. Ein Kommentar

Ayhan Ayrilmaz ist Direktor der Abteilung Architektur in der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG). Foto: Andreas Klaer
Ayhan Ayrilmaz ist Direktor der Abteilung Architektur in der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG). Foto: Andreas Klaer

Es ist eine bekannte Herausforderung im Museumsbau: Schaffung von Räumen, die hochkarätige Exponate beherbergen und dabei optimale Bedingungen bieten. Dabei sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass sich heute je nach Museumstyp 40 bis 90 Prozent der Bestände in Depots befinden. Da selten nur vollständige Sammlungen ausgestellt werden können, befinden sich häufig auch Bestände im Besitz eines Museums, die niemals in ihrer Gesamtheit präsentiert werden. Sie stehen aber analog zu den Sammlungsbeständen, die in Aktenarchiven aufbewahrt werden, der Forschung zur Verfügung. Depotgebäude für hochkarätige Kunstgüter nehmen in der aktuellen Bauplanung vieler Museen einen immer größeren Stellenwert ein. Dabei stellt sich immer wieder die Frage, wie die hohen konservatorischen, sicherheits- und brand- schutztechnischen Anforderungen an das empfindliche Kunstgut adäquat umgesetzt werden können.

Es gibt zahlreiche Praxisbeispiele von technisch extrem aufwendigen Depotgebäuden, die versuchen, den bisweilen sehr hohen Nutzungsanforderungen gerecht zu werden.

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin- Brandenburg hat beim Neubau ihres Zentralen Depots in Potsdam bewusst einen alternativen Weg eingeschlagen. Mit dem Willen zur Beschränkung auf das Wesentliche ist in enger Zusammenarbeit mit Museologen, Restauratoren, Architekten und Fachplanern ein einfaches, technik- armes und nachhaltiges Gebäude entstanden, das zum einen gestaltungsstark einen als schwierig zu bezeichnen – den Ort bereichert und zum anderen in vier Klimazonen optimale Bedingungen für über 40.000 Kunstgüter aus sämtlichen Sammlungsgruppen bereithält. Lassen Sie sich vom Ergebnis überraschen.

Der Beitrag erschien in der RESTAURO 5/2018, www.restauro.de/shop. In der kommenden Ausgabe der RESTAURO 5/2019 widmen wir uns erneut dem Thema Museumsneu – und Umbau.