01.12.2022

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Schaurestaurierung in Dresden: „Madonna des heiligen Sebastian“ von Corregio

von Uta Baier
Das Schau-Atelier in der Galerie. Foto: © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Klemens Renner
Das Schau-Atelier in der Galerie. Foto: © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Klemens Renner

In der Gemäldegalerie Alte Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) wird das Gemälde „Die Madonna des heiligen Sebastian“ (um 1524) von Antonio Allegri, genannt Correggio (um 1489–1534), öffentlich restauriert – Schaurestaurierung in Dresden

Die „Madonna des heiligen Sebastian“ von Correggio ist zu fragil, um die Gemäldegalerie Alte Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zu verlassen. Deshalb kommen die Restauratorinnen in den nächsten Monaten jeden Tag zum Altargemälde und restaurieren es vor Ort. In einem Atelier direkt in der Galerie, das den Besucher:innen durch große Fenster jederzeit einen Blick auf die Arbeitstische gewährt, wird das stark beschädigte Altarbild, das um 1524 für die Brudergemeinschaft des heiligen Sebastian in Modena entstand, untersucht und Malschicht und Bildträger umfassend konserviert und restauriert

Corregios „Heilige Nacht“ – ein ganz Europa berühmtes Weihnachtsbild

 

Dresden besitzt mit vier Gemälden die weltweit größte Sammlung von Altarbildern des Malers aus Correggio, der eigentlich Antonio Allegri hieß, um 1489 geboren wurde und 1534 starb. Zu ihnen gehören die „Madonna des Heiligen Franziskus“ von 1514/15, die „Heilige Nacht“ von (1528/30) und die „Madonna des Heiligen Georg“, die um 1529/30 entstand. Dresden kaufte sie im 18. Jahrhundert aus der Estensischen Galerie in Modena. Damals galt vor allem die „Heilige Nacht“ als in ganz Europa berühmtes Weihnachtsbild.

Detailaufnahme der Restaurierung der „Madonna des heiligen Sebastian. Foto: © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Klemens Renner
Blick in das Schau-Atelier. Foto: © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Klemens Renner
Die Restaurierung der „Madonna des heiligen Sebastian“. Foto: © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Klemens Renner
Correggio, Madonna des heiligen Sebastian, um 1524 © Gemäldegalerie Alte Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Ziel der aktuellen in Situ-Restaurierung: Restaurierung der „Madonna des heiligen Sebastian“ von Correggio

 

Ziel der aktuellen in Situ-Restaurierung ist es, die Farbenpracht und den Detailreichtum von Correggios Malerei wieder „unmittelbarer erlebbar zu machen“, heißt es in der Dresdener Ankündigung. Erste Beschädigungen an der Malschicht gab es schon 60 Jahre nach der Fertigstellung. Heute ist sie stark geschädigt und von Verlusten bedroht. Außerdem ist die ursprüngliche Farbenpracht nur noch zu erahnen. Da sich die Bretter, auf denen Correggio malte, in der Vergangenheit stark wölbten, kam es zu Farbschichtlockerungen an den Fugen und infolgedessen zu Farbschichtverlusten. Die immer wieder notwendigen Festigungen und Retuschen trugen dazu bei, dass die Oberfläche heute fleckig, stark vergilbt und deformiert erscheint. Wie Renaissancegemälde nach einer Restaurierung wirken, können die Besucher:innen rings um das Dresdener Restaurierungsatelier sehen: dort sind Beispiele bereits restaurierter italienischer Meisterwerke ausgestellt – zum Beispiel Giulio Romanos „Madonna mit der Waschschüssel“, das nur ein Jahr nach Correggios Altargemälde der „Madonna des heiligen Sebastian“ entstand und Cima de Coneglianos „Segnender Christus“ von 1505/06.

„Correggios rinascita“

 

Das aktuelle Projekt steht unter der Überschrift „Correggios rinascita“ also „Correggios Wiedergeburt“, denn bis ins 19. Jahrhundert war Correggio genauso bekannt wie seine Renaissance-Künstlerkollegen Michelangelo, Leonardo und Raffael. Das ist heute anders, soll sich jedoch durch das Dresdener Projekt, das von der Ernst von Siemens Kunststiftung und der Schoof’schen Stiftung finanziell gefördert wird, ändern.

 

Auch die „Die Heilige Nacht“ von Correggio befindet sich in der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden. Erfahren Sie mehr über dieses Gemälde im Video.

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