Platz frei für Riemenschneider

Seit rund 100 Jahren sind die Meisterwerke von Tilman Riemenschneider (1485–1531) im Bayerischen Nationalmuseum in München ausgestellt. Etwas verstaubt und dunkel wirkten die Objekte mittlerweile. Ein „Variationsreichtum der Geschmäcker verschiedener Direktoren“ sei im Ausstellungskonzept zu sehen gewesen, so die jetzige Direktorin des Bayerischen Nationalmuseums, Dr. Renate Eikelmann.

Ausstellungskonzept nach Maß

Jetzt wurde der Saal saniert und mit maßgeschneiderten Vitrinen sowie ausgeklügelter LED-Technik neu konzipiert. Im Dunkel der Freiflächen tritt der Besucher dezent zurück, dafür stehen die Objekte im prominenten Spotlight. Die detaillierte Ausarbeitung der Werke wird damit gut sichtbar. „Die wichtigsten Werke wurden hierfür konserviert bzw. restauriert. Eine Meisterleistung, wenn man bedenkt, dass wir erst im Frühjahr das Geld für die Sanierung bestätigt bekommen habe“, sagt Eikelmann.

Gerolzhofener Altar aufwendig restauriert

Zu den Glanzlichtern der Sammlung zählen die Schreinfiguren des Münnerstädter Retabels, des ersten Werks, das Riemenschneider nicht auf eine farbige Fassung hin konzipiert hat. Außerdem werden verschiedene, schon seit Jahren nicht mehr gezeigte Arbeiten in die Neupräsentation einbezogen. Darunter die Gruppe der zwölf aus Lindenholz geschnitzten Apostel, ein Ecce homo-Christus aus Stein sowie der umfänglich restaurierte Gerolzhofener Altar. Letzteres ist der einzige gefasste Altaraufsatz mit Flügelreliefs, der sich aus der Riemenschneider-Werkstatt erhalten hat.

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Die Neupräsentation wurde durch den Freundeskreis des Bayerischen Nationalmuseums e. V. ermöglicht.