Auferstandene Mumienmasken

 

In Kooperation mit dem Heinrich Schliemann-Institut für Altertumswissenschaften der Universität Rostock wurden an der TH Köln von 2010 bis 2014 sechs ägyptische Objekte in Form von Mumienmasken und Särgen untersucht und restauriert. Im Sommer 2016 konnten die Objekte erstmals in der Sammlung des Heinrich Schliemann-Instituts ausgestellt werden.

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Zustand vor (li.) und nach (re.) der Restaurierung der Mumienmaske. Foto: Susanne Kummer

Die Funde aus Abusir el-Meleq in Mittelägypten wurden 1903 unter Leitung von Otto Rubensohn geborgen. Wenige Jahre später sind die Objekte als Schenkung der Deutschen Orient-Gesellschaft nach Rostock gelangt. An der TH Köln wurden die Stücke im Rahmen von Diplom- bzw. Masterarbeiten erstmals seit ihrer Ausgrabung auf ihre Herstellungsweise und ihre Materialien hin untersucht. Dadurch entstanden neue Erkenntnisse zu ihrer Entstehung. Weiterhin war eine Konservierung der 2400–2700 Jahre alten Stücke dringend notwendig, wofür spezifische Lösungen gefunden werden mussten.

Restaurierung in Klimakammer

Die mit Pastiglia verzierte Goldmaske aus Textil war durch die jahrzehntelange inadäquate Lagerung in sich zusammengefallen. Die spröden Textillagen sowie die Farbschicht mussten langsam zurückgeformt werden. Dies fand in einer Klimakammer mit erhöhter Luftfeuchtigkeit von bis zu 80 Prozent relativer Luftfeuchte statt. Mithilfe von Zulagen und einem Miniaturscherengitter konnte die Maske wieder der entstehungszeitlichen Form angenähert werden. Daraufhin wurde die Maske mithilfe von Polyethylenschaumstoff unterbaut, um diese wieder ausstellungsfähig zu machen.

Särge aus Holz

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Endzustand des restaurierten Sarges mit dem wieder eingesetzten Auge. Foto: Susanne Kummer

An den Särgen stellte ein flächiger Haftungsverlust eine akute Gefahr für die Malerei dar. Die aus Holz gefertigten Särge weisen eine flächige Textilkaschierung auf, welche als Untergrund für Grundierung und Farbschicht dient. Das Textil löste sich in großen Bereichen vom Holz ab, wobei die Hohlstellen durch eine ehemalige Festigungsmaßnahme nicht zugänglich waren. Um dem Textil sowie den Farbschichten wieder einen stabilen Untergrund zu geben, wurde im Zuge der Masterarbeit eine spritzbare Hinterfüllmasse aus Glashohlkugeln, Kreide und Methylcellulose entwickelt.

Weitere Maßnahmen wie die Fassungsfestigung, Reinigung mittels Laser, die Reduzierung von historischen Restaurierungsspuren, das Wiederverkleben des herausgelösten Auges bei einem Sarg, wenige kleine Retuschen sowie die Konstruktion von Halterungen für die Vitrinenpräsentation ermöglichten schließlich eine erstmalige Ausstellung der Objekte.