Mottenschutz – Eine Deutsch-Deutsche Geschichte

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Was haben das Mottenschutzmittel EULAN BLN der Marke Eulan®, ein Warenzeichen der Firma Bayer Leverkusen und WOGUMAN C, ein Produkt der VEB Farbenfabriken Wolfen, gemeinsam? Die Autorin Martina Homolka geht in ihrem Beitrag zum Thema Mottenschutz auf Spurensuche – und findet neben eingenähten Etiketten in Kunstwerken eine deutsch-deutsche Geschichte.

Diese beginnt 1957 mit der Anfrage der Restauratoren des Museums für Deutsche Geschichte in Ostberlin an die Deutsche Handelszentrale in Chemnitz, damals Karl-Marx-Stadt. Es werde ein Mottenschutzmittel benötigt, das auf empfindliche Textilien aufgetragen werden könne. Was dann angestossen wird, kann als deutsch-deutsche Konkurrenzgeschichte bezeichnet werden. Zunächst wurde 1959 in Wolfen eine Mottenzuchtanlage aufgebaut, die Basis für die Entwicklung eines eigenen Produktes – dem späteren WOGUMAN – war.

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Es folgten Herstellungsversuche, die politisch durch das Zentralkomitee unterstützt wurden. So liest man 1960 in einer voreiligen Schlagzeile: “Mukkin verdrängt Eulan”. (Mukkin war das Vorgängerprodukt von Woguman, Anm. d. Red.) Voreilig deswegen, weil das Produkt nicht sprühfähig und daher ungeeignet für die empfindlichen Textilien im Museum war. Schlussendlich wird über viele Jahre aus verschiedensten Gründen doch auf das westdeutsche Produkt EULAN zurückgegriffen.

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Mehr zum Thema Mottenschutz lesen Sie in unserer neuen Ausgabe der Restauro ab 18.10.

Fotos: Bayer AG/ Corporate History & Archives