Künstler:innen-Nachlässe

Save the date! Anlässlich der Ausstellung „Depot oder Deponie – Doppelpass V“ der Brüder Christoph und Sebastian Mügge (bis 18. Februar 2022) veranstaltet der DG Kunstraum am 15. Februar 2022 ab 19 Uhr eine Online-Podiumsdiskussion zum Thema Künstler:innen-Nachlässe mit Vertreter:innen von Nachlasseinrichtungen und Stiftungen

Künstlerisches Erbe ist kulturelle Vielfalt, die bewahrt werden muss. Es gibt zwar inzwischen verschiedene Nachlasseinrichtungen und -initiativen in München und Bayern, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, mit Enthusiasmus und Tatkraft das kulturelle Erbe der bildenden Künste zu sichern. Dennoch sind die Herausforderungen immer noch enorm, und es bedürfte eines viel größeren Engagements, da die staatlichen Institutionen, wie Museen und Archive, bei der Übernahme und Aufarbeitung von Nachlässen von Künstler:innen an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Es gibt aber eine Vielzahl arrivierter Künstler:innen im Raum München und in Bayern, die das städtische und überregionale Kulturleben ihrer Zeit entscheidend mitgeprägt haben, deren Werke aber aus vielfältigen Gründen den Weg ins Museum nicht finden, obwohl sie erhaltenswert sind.

Nachlassmaßnahmen und zivilbürgerliches Engagement

Spezielle Nachlassmaßnahmen und zivilbürgerliches Engagement sind also vermehrt notwendig, um die Kulturgüter vor ihrer Vernichtung zu retten. Was hat sich in diesem Bereich in Bayern, einem Bundesland ohne öffentliches Nachlassarchiv für Kunst getan? Welche Schritte wurden bereits unternommen? Und welche Maßnahmen sind notwendig? All diese Fragen diskutiert die Veranstaltung. Wie sich ihr Nachlass gebildet hat, und wie dieser von den Kunstschaffenden vorbereitet wurde, stellen drei der Referent:innen stellen konkret vor.

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Vorstellung von Initiativen zum Thema Künstler:innen-Nachlässe

Ziel der Veranstaltung ist es, die bundesweiten Initiativen vorzustellen und diese mit der Situation der Künstler:innen vor- und -nachlässe in München und Bayern zu vergleichen. Darüber hinaus sollen Kunstschaffende informiert werden, welche Schritte schon zu Lebzeiten sinnvoll sind. Was ist bei der Gründung einer Stiftung zu beachten? Was sind die Voraussetzungen, um eine Stiftung zu gründen? Teilnehmende sollen für die Frage sensibilisiert werden, warum es sich lohnt, sich für Künstler:innen-Nachlässe zu engagieren, und welche langfristigen Perspektiven und Visionen formuliert werden sollten.

Die Podiumsteilnehmer

Karolina Sarbia, Berufsverband Bildender Künstler:innen München und Oberbayern e.V.
Dr. Caroline Sternberg, Vorstand Bayerische Künstlernachlässe e.V.
Dr. Annette Philp und Dr. Cornelia Oßwald-Hoffmann, Kristine Oßwald Nachlass
Dr. Andreas Strobl, Vorstand der Stiftung Kurt Benning
Christiane von Nordenskjöld, Kustodin der Magda Bittner-Simmet Stiftung

Moderation: Benita Meißner, Kuratorin DG Kunstraum, München

Meeting-ID und Kenncode werden Ihnen nach einer Anmeldung über anmeldung@dg-kunstraum.de zugesandt.

ACHTUNG: Berücksichtigt können nur Anmeldungen, die bis 15 Uhr am 15. Februar 2022 eingegangen sind. Der DG Kunstraum zeichnet das Zoom-Webinar auf.

Der Berufsverband Bildender Künstler :innen hat außerdem eine Publikation herausgegeben, die sich mit den Künstler:innen-Nachlässe auseinandersetzt. Diese können Sie hier downloaden.

Lesetipp: Welche Herausforderungen sich angesichts einer lebenslangen Kunstproduktion am Ende auftun, hat Frank Michael Zeidler in seinem Buch „Das verlorene Bild“ erarbeitet. Der Autor ist selbst ein Potsdam tätiger Maler und Zeichner.

Zur aktuellen Ausstellung im DG Kunstraum

Christoph und Sebastian Mügge präsentieren im DG Kunstraum eine ortsspezifische und prozessorientierte Rauminstallation, die christliche Totenrituale sowie Fragestellungen rund um das Sterben reflektiert. Der dauerhafte Verlust einer geliebten Person ist nicht nur an sich schmerzlich. Es gilt auch Abschied zu nehmen von Dingen, zu denen über Jahre hinweg eine enge emotionale Bindung aufgebaut worden ist. Der Tod der eigenen Großmutter und das Auflösen ihres Haushalts gaben für die Brüder Mügge den Anlass, sich auch künstlerisch mit dem Thema der Vergänglichkeit auseinanderzusetzen. Untersucht werden sowohl die sentimentale Wirkung von persönlichen Gegenständen im physischen Raum als auch die schnelllebige Entwicklung unserer Speichermedien.

Erinnerungskultur 2.0

Das moderne digitale Erbe, die Erinnerungskultur 2.0, konfrontiert Angehörige mit neuartigen Fragen: Wie soll man sich zu Spuren, die in sozialen Netzwerken hinterlassen wurden, verhalten, wenn kein Zugang zu deren Passwörtern vorhanden ist? Wie sollen wir das digitale Lebenswerk in Form von Selfies, Blogs, Einträgen, Filmen, Musiksammlungen, Mitteilungen, E-Mail-Korrespondenz und ähnlichem verwalten? Was möchten wir überhaupt hinterlassen? Und welche Rolle kann eine bewusste Entrümpelung spielen? Diesen Fragen gehen die beiden Künstler nach und nehmen uns mit auf eine Reise, die früher oder später jeden von uns betreffen wird.

Immersive Erlebnisse in Kombination mit Medien

Während Christoph Mügge in Form von Keramik, 3D-Drucken, Holzskulpturen und Druckgrafik eher skulptural arbeitet, ist bei Sebastian Mügge das Medium Zeichnung besonders stark ausgeprägt, sowohl auf Papier, als auch großformatig, in Form von ausufernden Wandzeichnungen. Beide Künstler verbindet, dass sie große Materialsammlungen anlegen, anhand derer sie – in Kombination mit diversen anderen Medien – in Ausstellungen immersive Erlebnisse schaffen.