18.08.2016

Projekte

Die Zukunft der Berliner Klosterruine

von Carolin Werthmann

 

Die Ruine der Klosterkirche in Berlin-Mitte ist eins der letzten erhaltenen Zeugnisse der Gründungsgeschichte Berlins. Städtebauliche Überlegungen über die Neugestaltung des Klosterviertels brachten die Kirche jüngst ins Gespräch. In einem Workshop erarbeiteten Architekten, Stadtentwickler, Denkmalschutzbeauftragte und Kulturreferenten das Konzept für die zukünftige Nutzung der Stätte.

Schon länger dient die Klosterruine als Kulturstätte für diverse Veranstaltungen. Diese Funktion soll in Zukunft intensiviert werden. Foto: Holger Herschel.
Täglich kommen 200 Besucher, um die historische Stätte inmitten Berlins zu besichtigen. Foto: Holger Herschel.
Der Fernsehturm im Hintergrund lässt auf die zentrale Lage der Klosterkirche schließen. Foto: Robert Eckstein.
Im Rahmen eines Workshops wurde über die Zukunft der Klosterruine diskutiert. Foto: Robert Eckstein.
Ziel des Workshops war es, ein Nutzungskonzept zu erarbeiten, das die historischen Gegebenheiten der Ruine mit der städtebaulichen Planung des Klosterviertels vereinigt. Foto: Robert Eckstein.

Klosterruine als Denkmalschule und kultureller Ort

Unweit des Alexanderplatzes, mit dem Fernsehturm in Sichtweite, hebt sich die Franziskaner Klosterruine inmitten Berlins von ihrer urbanen Umgebung ab. Die Stätte prägt das historische Herz der Stadt, ihr gotisches Gemäuer aus Backstein und die romantisch-nostalgische Aura locken täglich 200 Besucher. Damit zählt sie zu den wichtigsten öffentlich zugänglichen Denkmälern in Berlin-Mitte. Im Mai 2016 verabschiedete das Berliner Abgeordnetenhaus ein neues Bebauungsplanverfahren und verkündete damit sein Vorhaben, das Umfeld der Ruine städtebaulich zu verändern. „Die Klosterruine, dieses große Denkmal aus der Zeit, als Berlin anfing eine Stadt zu werden, soll eine andere Zukunft bekommen“, sagt Sabine Weißler, Bezirksstadträtin für Weiterbildung, Kultur, Umwelt und Naturschutz. Die Franziskaner Klosterkirche wurde zwischen dem Ende des 13. und der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts an der östlichen Stadtmauer Berlins gebaut. Ihr Verfall begann ab der Mitte des 16. Jahrhunderts, der sich zunehmend dahinstreckte und permanente Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten provozierte. Seit 1980 setzt sich der Förderverein Klosterruine e. V. für den Erhalt der Stätte ein.

Im Rahmen eines Workshops diskutierten Vertreter des Kulturreferats und Landesdenkmalamts, Architekten und Stadtplaner über die zukünftige Nutzung der Kirche. Da die Stätte bislang erfolgreich als kultureller Veranstaltungsort genutzt wurde, zeigen sich die Beteiligten interessiert, das Kulturangebot in der Kirche zu intensivieren. Weitere Überlegungen sind, die Stätte als „Denkmalschule auf Zeit“ bzw. „Archäologische Akademie“ zu nutzen, wie aus der 88-seitigen Projektdokumentation hervorgeht. Dieser Idee gehen die bevorstehenden archäologischen Grabungen zu den 800 Jahre alten baulichen Überresten des Grauen Klosters, einem Anbau der Klosterruine, voraus. Geplant ist, die Fundstücke der Grabungen in der Ruine öffentlich auszustellen. Auch die Innenräume sollen in Zukunft Besuchern zugänglich sein. Die Projektverantwortlichen überlegen daher über entsprechend erforderliche Baumaßnahmen im umliegenden Areal. Ein Pfad nach dem Vorbild des London Wall Walks soll Touristen wie Einheimischen eine historische Entdeckungstour durch das Quartier bieten, die den Kontrast zwischen dem modernen Stadtbild Berlins und seinen mittelalterlich-barocken Facetten zum Thema macht.

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