14.12.2023

Ausstellungen

Canops. Möbel von Welt in Berlin

von Redaktion RESTAURO
Ausstellungsansicht "Canops. Möbel von Welt", © Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Stephan Klonk, Berlin
Ausstellungsansicht "Canops. Möbel von Welt", © Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Stephan Klonk, Berlin

Das Kunstgewerbemuseum Berlin präsentiert bis zum 11.02.2024 eine Einzelausstellung, die dem deutschstämmigen José Canops (1733-1814) gewidmet ist. Während der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts schuf er in Madrid als Hoftischler beeindruckende Möbelkunstwerke für den spanischen König Karl III. Die Ausstellung „Canops. Möbel von Welt“ gibt erstmals außerhalb Spaniens einen umfassenden Einblick in das Schaffen von Canops.


José Canops (1733-1814)

Joseph Canops, 1733 im Herzogtum Limburg geboren, ging wie viele deutsche Kunsttischler im 18. Jahrhundert nach Paris, um sein Handwerk dort zu perfektionieren. 1759 wählte er als nächste Station Madrid, wo er im Dienst von Karl III. die königlichen Appartements gestaltete und einrichtete. Canops arbeitete am Hof in einem internationalen Umfeld, insbesondere mit dem Italiener Mattia Gasparini (gest. 1774), dem Hofmaler von Karl III., der für die Dekoration der repräsentativsten Räume verantwortlich war. Canops übernahm die Leitung der neu gegründeten Hoftischlerwerkstatt und schuf mit seinen Mitarbeitern in rund 20 Jahren herausragende Möbel und Raumausstattungen in einem einzigartigen Stil – eine europäische Schöpfung, die aus italienischen Traditionen, dem Pariser Luxus und der Faszination für die exotischen Welten Asiens inspiriert war.

Blick in die Sala Gasparini im Königlichen Palast, Madrid, Entwurf Mattia Gasparini 1760-1774, Stuckdecke, Marmorfussboden, Wandbespannung mit Seidenstickereien, Spiegelrahmen und Sitzmöbel, Ausführung 1760-1791 © Patrimonio Nacional, Colecciones Reales. Palacio Real / Stephan Klonk, Berlin
Blick in die Sala Gasparini im Königlichen Palast, Madrid, Entwurf Mattia Gasparini 1760-1774, Stuckdecke, Marmorfussboden, Wandbespannung mit Seidenstickereien, Spiegelrahmen und Sitzmöbel, Ausführung 1760-1791 © Patrimonio Nacional, Colecciones Reales. Palacio Real / Stephan Klonk, Berlin

Ausstellung „Canops. Möbel von Welt“

Nun hat das Kunstgewerbemuseum Berlin Canops eine Einzelausstellung gewidmet, die erstmals außerhalb von Spanien einen umfassenden Einblick in seine weitgehend unbekannte Arbeit gibt. Die Ausstellung „Canops. Möbel von Welt“ führt die Besuchenden in neun Kapiteln durch Canops Werk. Dabei wird neben den spektakulären Möbelstücken ein vielfältiger Schatz an Büchern, Grafiken, Karten, Musikinstrumenten und Werken der angewandten Kunst gezeigt, um den Epochen-Kontext zu beleuchten.

Schreibbureau mit exotischem Marketeriedekor, Madrider Hofwerkstatt von Karl III. unter Leitung von José Canops, Madrid um 1772/73, Konstruktion von Korpus und Schubkästen in Mahagoniholz, Marketerie in diversen exotischen Furnierhölzern (Königs-, Amaranth- und Rosenholz u.a.), feuervergoldete Bronzebeschläge: Gesamtansicht © Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Stephan Klonk, Berlin
Schreibbureau mit exotischem Marketeriedekor, Madrider Hofwerkstatt von Karl III. unter Leitung von José Canops, Madrid um 1772/73, Konstruktion von Korpus und Schubkästen in Mahagoniholz, Marketerie in diversen exotischen Furnierhölzern (Königs-, Amaranth- und Rosenholz u.a.), feuervergoldete Bronzebeschläge: Gesamtansicht © Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Stephan Klonk, Berlin
Schreibbureau mit exotischem Marketeriedekor, Madrider Hofwerkstatt von Karl III. unter Leitung von José Canops, Madrid um 1772/73, Konstruktion von Korpus und Schubkästen in Mahagoniholz, Marketerie in diversen exotischen Furnierhölzern (Königs-, Amaranth- und Rosenholz u.a.), feuervergoldete Bronzebeschläge: Detail Beinpartie mit Augenmotiv (Elefantenantlitz) © Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Stephan Klonk, Berlin
Schreibbureau mit exotischem Marketeriedekor, Madrider Hofwerkstatt von Karl III. unter Leitung von José Canops, Madrid um 1772/73, Konstruktion von Korpus und Schubkästen in Mahagoniholz, Marketerie in diversen exotischen Furnierhölzern (Königs-, Amaranth- und Rosenholz u.a.), feuervergoldete Bronzebeschläge: Detail Beinpartie mit Augenmotiv (Elefantenantlitz) © Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum / Stephan Klonk, Berlin
Sessel (aus einem Satz von acht) aus der Sala Gasparini, Entwurf Mattia Gasparini, Ausführung Madrider Hofwerkstatt von Karl III. unter Leitung von José Canops, 1774-1791, Juan Baptista Ferroni (Bronzeur), Luigia Bergonzini und Antonio Gasparini (Seidenstickerei). Konstruktion in Mahagoniholz, Marketerie in diversen exotischen Furnierhölzern, feuervergoldete Bronzebeschläge, bestickter Seidenbezug © Patrimonio Nacional, Colecciones Reales. Palacio Real / Stephan Klonk, Berlin
Sessel (aus einem Satz von acht) aus der Sala Gasparini, Entwurf Mattia Gasparini, Ausführung Madrider Hofwerkstatt von Karl III. unter Leitung von José Canops, 1774-1791, Juan Baptista Ferroni (Bronzeur), Luigia Bergonzini und Antonio Gasparini (Seidenstickerei). Konstruktion in Mahagoniholz, Marketerie in diversen exotischen Furnierhölzern, feuervergoldete Bronzebeschläge, bestickter Seidenbezug © Patrimonio Nacional, Colecciones Reales. Palacio Real / Stephan Klonk, Berlin
Sessel (aus einem Satz von acht) aus der Sala Gasparini, Entwurf Mattia Gasparini, Ausführung Madrider Hofwerkstatt von Karl III. unter Leitung von José Canops, 1774-1791, Juan Baptista Ferroni (Bronzeur), Luigia Bergonzini und Antonio Gasparini (Seidenstickerei). Konstruktion in Mahagoniholz, Marketerie in diversen exotischen Furnierhölzern, feuervergoldete Bronzebeschläge, bestickter Seidenbezug: Detail Armlehne © Patrimonio Nacional, Colecciones Reales. Palacio Real / Stephan Klonk, Berlin
Sessel (aus einem Satz von acht) aus der Sala Gasparini, Entwurf Mattia Gasparini, Ausführung Madrider Hofwerkstatt von Karl III. unter Leitung von José Canops, 1774-1791, Juan Baptista Ferroni (Bronzeur), Luigia Bergonzini und Antonio Gasparini (Seidenstickerei). Konstruktion in Mahagoniholz, Marketerie in diversen exotischen Furnierhölzern, feuervergoldete Bronzebeschläge, bestickter Seidenbezug: Detail Armlehne © Patrimonio Nacional, Colecciones Reales. Palacio Real / Stephan Klonk, Berlin
Schreib- und Toilettentisch, Jean-François Oeben, Paris um 1754/57, Marketerie in diversen exotischen Furnierhölzern (Rosen-, Satin-, Amarantholz u.a.), Lackpaneel, feuervergoldete Bronzebeschläge: Gesamtansicht © Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, Residenz München / Stephan Klonk, Berlin
Schreib- und Toilettentisch, Jean-François Oeben, Paris um 1754/57, Marketerie in diversen exotischen Furnierhölzern (Rosen-, Satin-, Amarantholz u.a.), Lackpaneel, feuervergoldete Bronzebeschläge: Gesamtansicht © Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, Residenz München / Stephan Klonk, Berlin
Schreib- und Toilettentisch, Jean-François Oeben, Paris um 1754/57, Marketerie in diversen exotischen Furnierhölzern (Rosen-, Satin-, Amarantholz u.a.), Lackpaneel, feuervergoldete Bronzebeschläge: Detail der Marketerie © Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, Residenz München / Stephan Klonk, Berlin
Schreib- und Toilettentisch, Jean-François Oeben, Paris um 1754/57, Marketerie in diversen exotischen Furnierhölzern (Rosen-, Satin-, Amarantholz u.a.), Lackpaneel, feuervergoldete Bronzebeschläge: Detail der Marketerie © Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, Residenz München / Stephan Klonk, Berlin

Canops‘ Werk zum Anfassen

Canops‘ Schaffen wird durch die Verbindung von präzisem deutschen Tischlerhandwerk und dem Reichtum der spanischen kolonialen Welt greifbar. Dies zeigt sich insbesondere in der exquisiten Verwendung von Mahagoni- und anderen exotischen Hölzern. Um die technische Meisterleistung von Canops‘ Werk erlebbar zu machen, präsentiert die Ausstellung ein eigens angefertigtes Teilmodell des Berliner Schreibmöbels in originaler Größe. Dieses Modell ermöglicht es den Besuchenden, die Form zu berühren und die originale Farbigkeit sowie Konstruktion zu erkunden. Das Teilmodell wurde von werk5, den Berliner Spezialistinnen und Spezialisten für modernen Modellbau, in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Konservierung und Restaurierung, Holz (Fachhochschule Potsdam) gefertigt.

Teilmodell des Zylinderbureaus von José Canops und der Madrider Hofwerkstatt im Kunstgewerbemuseum, Birnbaum- und Mahagoniholz; Furnier: Rosen- und Königsholz, Amarant, Palisander, weißes und schwarzes Ebenholz, Satinholz, blaugrün gefärbt, Berberitze. H 120,3 × 98,5 × 30,7 cm, © Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum
Teilmodell des Zylinderbureaus von José Canops und der Madrider Hofwerkstatt im Kunstgewerbemuseum, Birnbaum- und Mahagoniholz; Furnier: Rosen- und Königsholz, Amarant, Palisander, weißes und schwarzes Ebenholz, Satinholz, blaugrün gefärbt, Berberitze. H 120,3 × 98,5 × 30,7 cm, © Staatliche Museen zu Berlin, Kunstgewerbemuseum

Multimedia

Fünf Multimediastationen bieten überdies vertiefende Einblicke. Darunter eine eigens in Madrid erstellte Panoramaprojektion des Gasparini-Saals, zwei Filme über den Möbelbau des deutschen Ebenisten Jean-François Oeben, ein Videoclip zur Fertigung moderner Modellbauten, eine Bildershow zur historischen Gewinnung von Mahagoniholz sowie die digitale Buchversion des „Roubo“, des Pariser Standardwerks zum Möbelbau des 18. Jahrhunderts.

Sessel (aus einem Satz von sechs) aus dem Grünen Kabinett von Karl III., Entwurf Mattia Gasparini, Ausführung Madrider Hofwerkstatt von Karl III. unter Leitung von José Canops, Juan Baptista Ferroni (Bronzeur). Konstruktion in Mahagoniholz, Marketerie in diversen exotischen Furnierhölzern, feuervergoldete Bronzebeschläge, Bezug erneuert © Patrimonio Nacional, Colecciones Reales. Palacio Real / Stephan Klonk, Berlin
Sessel (aus einem Satz von sechs) aus dem Grünen Kabinett von Karl III., Entwurf Mattia Gasparini, Ausführung Madrider Hofwerkstatt von Karl III. unter Leitung von José Canops, Juan Baptista Ferroni (Bronzeur). Konstruktion in Mahagoniholz, Marketerie in diversen exotischen Furnierhölzern, feuervergoldete Bronzebeschläge, Bezug erneuert © Patrimonio Nacional, Colecciones Reales. Palacio Real / Stephan Klonk, Berlin

Weitere Infos

Die Inspiration für die Sonderausstellung geht auf 2021 zurück. In diesem Jahr erwarb das Kunstgewerbemuseum Berlin ein Canops-Schreibmöbels. Unterstützung erhielt das Museum durch die Ernst von Siemens Kunststiftung, die Rudolf-August Oetker-Stiftung für Kunst, Kultur, Wissenschaft und Denkmalpflege, sowie die Julius-Lessing-Gesellschaft und den Freundeskreis des Kunstgewerbemuseums Berlin.

Die Ausstellung „Canops. Möbel von Welt“ ist noch bis zum 11.02.2024 im Kunstgewerbemuseum – Matthäikirchplatz,
10785 Berlin – zu sehen.

Sie ist außerdem Teil des Kulturprogramms der Spanischen Botschaft anlässlich der EU-Ratspräsidentschaft Spaniens im zweiten Halbjahr 2023. Mehr zur Ausstellung „Canops. Möbel von Welt“ hier.

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