Internationales Forschungsprojekt zum Thema Salzausblühungen

Weil Edvard Munch Edvard Munch (1863–1944) viele seiner Gemälde über einen längeren Zeitraum im Freien stehen ließ, entstanden darauf Salzausblühungen – eine der größten Herausforderungen für die Konservierung bei Werken des berühmten norwegische Malers und Grafikers. Ein internationales Forschungsprojekt, geleitet vom Munch Museum in Oslo und vom Hercules Centre in Portugal (in Kooperation mit dem Getty Conservation Institute, LA), setzt sich jetzt damit auseinander

Edvard Munch war dafür bekannt, dass er mit einer Reihe von Materialien experimentierte. Zudem ließ er aber auch viele seiner Gemälde über einen längeren Zeitraum im Freien stehen, an denen das Wetter und die wechselnden Temperaturen nicht spurlos vorbei ging. Salzausblühungen entstanden daher auf einigen seiner Gemälde. Diese stellen heute eine der größten Herausforderungen für die Konservierung bei Munchs Werken dar. Die Folgen der Salzausblühungen, verursacht durch die von Munch verwendeten Materialien, stellen eine große konservatorische Herausforderung dar.

Entwicklung eines Verfahren mit Hilfe von Nanotechnologie

Einige Gemälde des Künstlers wurden bislang wegen der Salzausblühungen konservatorisch behandelt, doch ist es nicht sicher, ob die Salze auskristallisieren und zurückkehren. Daher, so das Munch Museum, ist es wichtig, die Salzausblühungen genau zu untersuchen und ein Verfahren zu entwickeln, das eine weitere Kristallisation verhindert. Das Forschungsprojekt entstand in Zusammenarbeit mit dem Munch Museum und dem Hercules Centre in Portugal. Hergestellt werden nun Testleinwände, die denen ähneln, die der norwegische Künstler selbst verwendet hat. Das Testmaterial wird einer künstlichen Alterung unterzogen und verschiedenen äußeren Einflüssen ausgesetzt, um die Entwicklung der Salzausblühungen genau zu beoachten. Mit Hilfe von Nanotechnologie sollen also Verfahren entwickelt werden, die zur Festigkeit der Leinwände beitragen können.

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Forschungsprojekt: Munch Museum und Hercules Centre in Kooperation mit Getty Conservation Institute

Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt. Irina Sandu vom Munch Museum und Antonio Candeias (Hercules Centre, Universität Évora, Portugal) leiten das Vorhaben. Zusätzlich sind ein Team von neun Forscher:innen und vier Berater: innen vom Getty Conservation Institute (Los Angeles), der Fachhochschule Köln an dem mehrjährigen Forschungsprojekt beteiligt. Finanziert wird das Projekt aus gemeinsamen Mitteln der verschiedenen Institutionen und mithilfe der portugiesischen Stiftung für Wissenschaft und Technologie (FCT). Koordiniert wird es vom Hercules Centre der Universität Évora in Portu- gal und der Konservierungsabteilung des Munch Museums in Oslo.