Das Climate Museum UK gegen die Klimakrise

Das Climate Museum UK ist ein neuartiges Museum, das unabhängig von einem konkreten Gebäude nur digital existiert. Gegründet wurde es von der britischen Kuratorin Bridget McKenzie. Im Mittelpunkt steht die kreative Auseinandersetzung mit den drängenden Problemen unserer Zeit

Die Pandemie hat vielerorts dazu geführt, dass herkömmliche Museumsformate kritisch überdacht oder gar in Frage gestellt wurden. Die Digitalisierung von Kunst- und Kulturgütern hat einen enormen Aufschwung erfahren und so rückt die Idee vom digitalen Museum immer mehr in den Fokus. Grenzenlose Vernetzung und weltweites Engagement scheinen auf diese Weise möglich zu sein. Das Climate Museum UK ist so ein neuartiges Museum, das unabhängig von einem konkreten Gebäude nur digital existiert. Es wurde von der britischen Kuratorin Bridget McKenzie gegründet, die zuvor schon für die Tate und die British Library digitale Programme entwickelt hatte und es hat sich die Aufgabe gestellt, Kunst, Ideen, Anschauungsobjekte, Bücher und Videospiele zu sammeln, um die Menschen zu Diskussionen über klimatische und ökologische Probleme und deren Lösungsmöglichkeiten zu ermutigen. Auch das Format „Pop Up-Museum“, ein Museum, das urplötzlich auftaucht und ebenso schnell wieder verschwindet, kommt zum Einsatz.

„Wir sind Provokateur, Erklärer und Helfer“

Gleichzeitig soll die Phantasie der virtuellen Besucher und Besucherinnen angeregt werden, sich mögliche Zukunftsszenarien für unseren Planeten auszudenken, die in der Lage wären, Signale der Hoffnung auszusenden. Inspiriert hat sie Miranda Massie, die Direktorin des Climate Museum New York und so entstand 2018 das Climate Museum UK. Im Mittelpunkt steht die kreative Auseinandersetzung mit den drängendsten Problemen unserer Zeit. Ein Team engagierter Umweltaktivisten sammelt dazu in ganz England geeignete Objekte, die dann der Community im Netz vorgestellt werden können und über Pinterest jederzeit abrufbar sind. Für ökologisch engagierte Gruppen werden Workshops angeboten, die erklären, wie man Kampagnen und Konferenzen organisiert. McKenzies Ziel ist es, das Verhalten und die Haltung der Menschen in Bezug auf die Klimakrise und die ökologische Krise zu verändern. „Wir sind ein Museum, aber wir sind auch ein Provokateur, Erklärer und Helfer.“

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Das Climate Museum UK: Possitopian approaches to the future

Das Leugnen der Klimakatastrophe und die Komplexität der ökologischen Zusammenhänge haben – so McKenzie – bei vielen Institutionen zum Ausblenden der Problematik geführt. Die Gegenüberstellung von Utopie und Dystopie erscheint ihr zu einfach gedacht. Sie schlägt daher einen dritten Weg vor, den sie „possitopian approaches to the future“ nennt, und der neben naturwissenschaftlichen Methoden der Zukunftsforschung stärker auf die menschliche Imagination in Bezug auf mögliche Zukunftsszenarien setzt. Dieser Begriff sei aber nicht mit dem schlichten Satz „Man muss nur positiv denken!“ zu verwechseln. Auch sehr negative Szenarien jenseits der bereits diskutierten seien möglich und denkbar.

Activist Museum Award 2019/20

Das Fehlen eines realen Museumsgebäudes bietet hierbei ungeahnte Vorteile, gerade wenn man Wert auf eine strikt ökologische Ausrichtung legt. So erübrigen sich Fragen nach der Energie-Ersparnis im Museum oder etwa die Frage, wie die Kaffeebecher in der Cafeteria recycelt werden. Das Museum arbeite vielmehr mit größtenteils gefundenen oder recycelten Objekten, was den ökologischen Fußabdruck enorm minimiere. Neu sei es, Aktivisten als User-Gruppe von digitalen Sammlungen zu erkennen. Für diese Ausrichtung hat das Climate Museum UK den Activist Museum Award 2019/20 bekommen.