Achtung! Gefahrgut im Museum

 

Die Tagung in Leipzig am 10. November 2016 beschäftigt sich mit der Gesundheit von Restauratoren.

Gefahrgut-Symbol

Gefahrensymbol für reizende Substanzen. Foto: WikiCommons

Hilfe in einem Zustand großer Hilflosigkeit erhofft sich Andrea Funck von der Tagung „Achtung! Gefahrgut im Museum – vom Umgang mit schadstoffbelastetem Kulturgut“, die am 10. November im Grassi-Museum in Leipzig stattfinden wird. Denn 2008 hat die Bundesregierung die „Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge“ (ArbMedVV) beschlossen und 2010 ergänzt. Im gleichen Jahr wurde die Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) verabschiedet und 2015 erweitert. Beide treffen Regelungen zu Arbeits- und Gesundheitsschutz bei Kontakt mit belastetem Material. Bezogen auf Museen geht es um die Gesundheit von Restauratoren, Kuratoren und anderen Museumsmitarbeitern, die direkten Kontakt mit schadstoffbelastetem Kulturgut haben. Das können Biozide in organischem Sammlungsgut oder auch verschiedene chemische Gefahrstoffe sein.

100 Anmeldungen im Voraus

Es ist die erste Tagung, die der Anfang 2015 von Andrea Funck mitgegründete Arbeitskreis Restaurierung/Konservierung des Deutschen Museumsbundes organisiert. Und auch wenn es nicht besonders aufregend klingt, zwei Gesetzestexte zum Thema einer Tagung für Restauratoren zu machen, trifft das Thema doch auf riesiges Interesse. Schon Wochen vor der eintägigen Tagung gibt es mehr als 100 Anmeldungen. „Diese Zahl zeigt, dass es ein großes Informationsbedürfnis gibt“, sagt Funck, Leiterin der Restaurierungswerkstätten am Landesmuseum Württemberg in Stuttgart.

Lösungen für den Umgang mit Gefahrgut

Denn klar ist den meisten Verantwortlichen im Museum zwar, dass Mitarbeiter zu ärztlichen Untersuchungen geschickt werden müssen. „Unklar ist mir aber zum Beispiel, wie die eine Million Objekte unseres Museums auf Schadstoffe untersucht werden können. Ich kann ja nicht jedes Objekt einzeln prüfen“, sagt Funck und ergänzt: „Deshalb erhoffe ich mir auch ganz persönlich viele Anregungen, Beispiele und Lösungsvorschläge von den Vortragenden.“ Zum Beispiel von Konstanze Schwadorf, Leiterin der Restaurierung Volkskunde am Bayerischen Nationalmuseum, die über „Betriebsanweisungen für Arbeiten in kontaminierten Depots – Die Umsetzung am Bayerischen Nationalmuseum in München“ sprechen wird. Oder vom Arbeitsmediziner Markus Sander, der bei der gesetzlichen Unfallversicherung VBG (Verwaltungs-Berufsgenossenschaft) arbeitet und über die „Arbeitsmedizinische Vorsorge beim Umgang mit schadstoff-belasteten Objekten“ referieren wird. In weiteren Vorträgen werden ergänzende Themen und praktische Erfahrungen vorgestellt. So geht es zum Beispiel um „Arsen, Uran und Lithiumbatterien“ oder um „Strategien zur Durchführung von Schadstoffmessungen an Material-, Staub- und Luftproben in Museen“ sowie um Grundlegendes wie den „Einsatz historischer Biozide in musealen Sammlungen“.

Das Tagungsprogramm im Internet: http://www.museumsbund.de/fileadmin/ak_restaurierung/Tagungsprogramm_10.11.2016.pdf