Spektakulärer Fund

Eine Hand aus dem Berner Jura ist wohl die älteste Bronzeplastik Europas. Bei Nachgrabungen stießen die Archäologen außerdem auf eine Gewandnadel und Bronzespiralen. Bis zum 14. Oktober 2018 kann der Sensationsfund jetzt im Neuen Museum Biel besichtigt werden

Hand
Die knapp 500 Gramm schwere Bronzehand aus Prêles ist rund 3500 Jahre alt. Vergleichbare Bronzeobjekte aus dieser Zeit sind bis jetzt nicht bekannt. Foto: © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Philippe Joner

Die älteste Bronzeplastik Europas

Im schweizerischen Prêles ist die älteste Bronzeplastik Europas gefunden worden: eine Hand mit Goldarmband. Schon 2017 entdeckten Privatpersonen bei Prêles in der Gemeinde Plateau de Diesse im Berner Jura die Hand, einen bronzenen Dolch und eine menschliche Rippe und brachten diese zum Archäologischen Dienst in Bern. Hier wurden die Objekte eingehend untersucht. Mit Hilfe einer Radiokarbondatierung (C14) wurde die Hand in die Zeit von 1500–1400 v. Chr. datiert, knapp hundert Jahre jünger die menschliche Rippe. Genauso wie Hand und Rippe stammt auch der Dolch aus der Mittelbronzezeit. Bei der Hand wurden für die Bronzezeit übliche Legierungen gefunden.

Erfolgreiche Nachgrabung

Im Frühsommer diesen Jahres widmete sich ein Team des Archäologischen Dienstes der Fundstelle und entdeckte ein Grab mit Knochen eines erwachsenen Mannes mit bronzener Gewandnadel, einer bronzenen Spirale (Haarschmuck) sowie Reste von Goldblech, vermutlich von der Hand. Auch ein Bronzefinger der Hand war dort, was wiederum beweist, dass der Fund von hier stammt. Unter der Grabstätte befand sich eine Steinkonstruktion. Aufgrund dessen wird vermutet, dass es sich bei dem Mann um eine bedeutende Person handelt, die über dem älteren Bau bestattet wurde.
Ähnliche Fundstücke tauchten bisher weder in der Schweiz noch in angrenzenden Ländern auf. Sensationell ist der Fund, weil es sich dabei um die weitaus älteste bekannte Bronze in der Form eines menschlichen Körperteils handelt. Woher die Hand tatsächlich stammt und welche Bedeutung sie hatte, gilt es für die Wissenschaftler nun herauszufinden. Durch das verwendete Goldblech deutet alles auf eine gesellschaftliche Elite oder Gottheit hin.
Bis zum 14. Oktober 2018 ist die Hand von Prêles im Neues Museum Biel für die Öffentlichkeit zu sehen.