Der Landshuter Herzoggarten

Zwischen Schwetzingen und München – den bekannten Wirkungsstätten des großen Garten­künstlers – realisierte Friedrich Ludwig von Sckell auch in Landshut einen Park. Prof. Dr. Goecke stellt den Herzoggarten vor und möchte auf dessen ­Revitalisierung und denkmalgerechte Pflege ein besonderes Augenmerk lenken

Sepiazeichnung „Tempel der Freundschaft im Herzogsgarten zu Landshut. Am 26ten Juli 1812. C. Theodori“ – die früheste Bildquelle des Herzoggartens. Foto: aus Hans Bleibrunner „Landshut von 1790 bis 1990“, 1991, S. 37
Sepiazeichnung „Tempel der Freundschaft im Herzogsgarten zu Landshut. Am 26ten Juli 1812. C. Theodori“ – die früheste Bildquelle des Herzoggartens. Foto: aus Hans Bleibrunner „Landshut von 1790 bis 1990“, 1991, S. 37

Auf einem Höhenzug im Osten der niederbayerischen Stadt Landshut liegt nördlich des Hofgartens der Herzoggarten, ein nur 2,5 Hektar großer, mauerumschlossener Landschaftsgarten, ein kaum bekanntes Frühwerk des Gartenkünstlers Friedrich Ludwig von Sckell. Das Gelände wurde zuvor als kurfürstliche Maulbeerbaumschule zur Seidenraupenzucht genutzt.

1782 ließ sich Herzog Wilhelm von Birkenfeld-Gelnhausen (1752–1837) hier am höchsten Punkt des Geländes vom Lands­huter Stadtbaumeister Thaddäus Leitner das klassizistische Herzogschlössl als Sommersitz errichten (heute Magazin des Stadt­museums). Mit der Planung des 1784 fertiggestellten kleinen Landschaftsgartens wurde Friedrich Ludwig von Sckell (1750–1823) betraut und mit der Ausführung dessen Bruder Matthias (1760–1816), der später zum Hofgärtner der Orangerie von Nymphenburg ernannt wurde. F.L. v. Sckell, der seit 1776 in der Pfalz (vor allem in Schwetzingen) tätig war, hatte bei seinem Studium in England, gefördert durch Lancelot „Capability“ Brown (1716–1783) und William Chambers (1723–1796), neue Garten­ideale kennengelernt.

Der Park mit seinem zentralen Wiesental und gehölzbegleitendem Rundweg befindet sich nicht, wie man von einer Sckell-Anlage meinen könnte, im Verwaltungsvermögen der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen, sondern wird vom Landshuter Stadtgartenamt betreut. Die verheerenden Stürme des Jahres 1999 hatten schwere Schäden verursacht.

Im Rahmen einer Diplomarbeit (Bearbeiterin: Daniela Stebe) an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, Fakultät für Landschaftsarchitektur, wurde eine Park­pflegekonzeption vorgelegt, die helfen soll, die langfristige denkmalgerechte Pflege dieses historischen Gartens und Garten­denkmals sicherzustellen. 

 

Zum Autor: Prof. Dr. Michael Goecke hatte eine Professur an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf an der Fakultät für Landschaftsarchitektur inne und leitet seit 1990 die Fachtagung „Weihenstephaner Gartendenkmal­pflege-Seminar“ gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur e. V. (DGGL)