Denkmale in Sachsen retten

 

Im aktuell vorliegenden Gesetzesentwurf zum Haushaltsplan 2017/18 der Landesregierung Sachsen werden keine Fördermittel im Bereich der Denkmalpflege berücksichtigt. Eine Petition soll dieser Bestimmung entgegenwirken.

Sachsen-Fachwerk-Ruine
Das eingestürzte Fachwerkhaus in Rheinsberg verdeutlicht, wohin keine Erhaltungmaßnahmen führen können. Foto: Bernd Bader

 

Die Mittel für Zuweisungen zur Sicherung, Nutzbarmachung, Erhaltung und Pflege von Kulturdenkmälern sind laut aktuellem Regierungsentwurf des sächsischen Haushaltsplans auf null Euro reduziert worden. Für das Jahr 2017 plant die Landesregierung Sachsen demnach keinerlei Förderungen für Baudenkmäler ein.

Bereits im Jahr 2016 waren die finanziellen Mittel im Vergleich zu den vorherigen Jahren deutlich reduziert worden. Gegenüber den zwölf Millionen Euro, die 2008 für den Bereich der Denkmalpflege geltend gemacht wurden, standen im Jahr 2016 nur noch fünf Millionen Euro zur Verfügung. „Ich hatte gerade nach monatelanger Arbeit unseren Förderantrag für das einsturzgefährdete und von der Denkmalbehörde als besonders erhaltenswert eingeschätzte Torhaus unseres Hofs fertig, als wir gegen Ende September aus der Zeitung davon erfuhren“, berichtet Bernd Bader, Diplom-Ingenieur und an der Hochschule Mittweida tätig. Daraufhin organisierte Bader eine Online-Petition, mit deren Hilfe er und seine Frau Unterschriften sammeln möchten, um einen endgültigen Beschluss des Gesetzesentwurfs zu verhindern. Zwar seien private Denkmalbesitzer dazu aufgefordert, denkmalgerecht zu pflegen, doch erhielten sie im Falle eines Beschlusses nun keine Förderung mehr für den finanziellen Mehraufwand, so Bader.

Viel Kritik gegen das Vorhaben

Auch Wolfram Günther, Landtagsabgeordneter der Grünen in Sachsen, kritisiert das Vorhaben. „Bei Verhandlungen zwischen Staatsregierung und den kommunalen Spitzenverbänden wurde entschieden, dass keine Mittel mehr für das Landesprogramm für den Erhalt von Kulturdenkmalen zur Verfügung zu stellen. Der Bedarf für ein solches Förderprogramm ist ungebrochen hoch, ein mögliches finanzielles Aus wäre eine Katastrophe“, so der Grünen-Politiker in einer Stellungnahme zum Haushaltsentwurf.

Mit der Petition betonen Ehrenamtliche und Unterstützer die Bedeutung von Denkmalpflege als „identitätsstiftende Heimat- und Geschichtspflege“ für die Region. Am 24. November 2016 tagt der zuständige Innenausschuss über die Änderungsvorschläge. Bis dahin, so hoffen die Organisatoren, sollen mindestens 1.700 Unterschriften aus Sachsen zusammengetragen sein, weit wünschenswerter wären laut Bader jedoch 17.000 Stimmen.

Wenn Sie die Rettung von Denkmalen in Sachsen unterstützen möchten, gelangen Sie hier zur Online-Petition.