06.06.2018

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Das kulturelle Erbe Afrikas

von Ute Strimmer

Mit der Sammlung Mottas eröffnet heute im Zürcher Museum Rietberg eine Ausstellung zu Perlkunst

Bis heute lassen sich Kunst und Fashion vom kulturellen Erbe Afrikas inspirieren. Farben und Muster vermitteln komplexe Botschaften über Alter, Gender und Identität des Trägers. Mit der Ausstellung „Perlkunst aus Afrika“, die heute eröffnet wird, widmet sich das Museum Rietberg der Ästhetik und Bedeutung von Perlen. Gezeigt werden hochkarätige Objekte aus der Sammlung von François Mottas. Der passionierte Sammler, ehemaliger Dozent und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Université de Lausanne sowie Kurator mehrerer Ausstellungen zu afrikanischer Kunst, trug in den letzten dreißig Jahren einen grossartigen Schatz mit Werken dieser von der Kunstgeschichte bislang wenig beachteten Gattung Afrikas zusammen, darunter filigrane Schmuckstücke, imposante Masken und königliche Hocker.

Frühe Perlarbeiten sind in Rietberg zeitgenössischen Positionen gegenübergestellt. Ab dem 17. Jahrhundert wurden in Europa Glasperlen für den Markt in Afrika produziert und galten als Handelsgut und Zahlungsmittel. Damit sind sie Sinnbild für die frühe Globalisierung. Die Schau beleuchtet darüber hinaus erstmals auch die Schöpferinnen der Perlkunst und rückt damit die Frauen ins Zentrum.

Kuratorin der Ausstellung ist Dr. Michaela Oberhofer, die bis zu ihrem zehnten Lebensjahr in Afrika gelebt und für ihre Doktorarbeit eine lange Feldforschung in Burkina Faso durchgeführt hat. „Gerade in Bezug auf die koloniale Geschichte Afrikas halte ich die intensive Zusammenarbeit und den Dialog mit den source communities in der Diaspora und den verschiedenen Akteuren aus den Herkunftsländern der Objekte für außerordentlich wichtig“, erklärt die Ethnologin. Für die Ausstellung ließ die Experten zwei Objekte restaurieren (s. Beitrag in der kommenden RESTAURO 5/2018).

Das Museum Rietberg ist das einzige Museum für außereuropäische Kunst in der Schweiz und besitzt eine international renommierte Sammlung von Meisterwerken aus Asien, Afrika, Amerika und Ozeanien. Das Haus wurde 1952 gegründet, um Eduard von der Heydts Sammlung öffentlich zugänglich zu machen; der Sammler hatte sie der Stadt Zürich als Geschenk vermacht. Mit der Sammlung Mottas ist jetzt ein unentdeckter Schatz nach Rietberg gekommen, der die Afrika-Sammlung zugleich ergänzt und erweitert.
Tipp: Ausstellung anschauen und dann vor Ort den schönsten Park von Zürich genießen. www.rietberg.ch

Information: Die Ausstellung “Perlkunst aus Afrika” läuft bis 21. Oktober. Die gerade erschienene Begleitpublikation beleuchtet reich bebildert die Ästhetik und Bedeutung afrikanischer Perlkunst.

 

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