14.09.2022

Das grüne Museum: Die ökologische Transformation in Museen und Depots

von Martin Miersch
Mit dem Rotterdamer Museum Boijmans Van Beuningen eröffnete 2021 das erste öffentliche Schaulager der Welt. Foto: Nathan Reinds
Mit dem Rotterdamer Museum Boijmans Van Beuningen eröffnete 2021 das erste öffentliche Schaulager der Welt. Dieses Gebäude berührt die Diskussion über die Zukunft des Museums. Foto: Nathan Reinds

Auf der Veranstaltungsreihe „Das grüne Museum“ diskutieren Praktiker:innen und Expertinnen, Entscheidungsträger:innen und Interessensvertreter:innen, welche Entwicklungen bei Baufragen, Kosten, Umweltauflagen, Normen und Standards und Messwerte zu erwarten sind – und welche Lösungen und Konzepte erfolgversprechende Beispiele für die gesamte Depot- und Museumslandschaft sein könnten. Die Veranstaltungen finden in diesem Herbst an drei Standorten statt: Dresden (29.09.2022), Frankfurt am Main ( 11.10.2022), München (27.10.2022)

Sind Museen wahre Klima-Killer? Wie sollen sich Museen gegen extreme Temperaturen schützen? Wie lässt sich auch hier Energie einsparen, ohne dadurch die ausgestellten Kunstwerke und Artefakte zu gefährden? Direktorinnen und Direktoren führender deutscher Kunstmuseen forderten bereits 2019 in einem offenen Brief an die Bundeskulturbeauftragte Monika Grütters von deutscher Seite mehr Anstrengung zur Bewältigung klimapolitischer Herausforderungen. Wachstum und permanente Steigerungen im Kunst- und Kulturbetrieb stoßen immer häufiger auf Kritik.

Das grüne Museum berichtet über Initiativen zum Thema Klimaschutz

 

Angesichts der drohenden, globalen Klimakatastrophe tragen die Museen mit ihren Inhalten gewiss zum öffentlichen Diskurs rund um den Umwelt- und Klimaschutz bei. Durch ihre eigene schädliche Klimabilanz sind die Museen jedoch Teil des Problems. Museen befinden sich hier in einem Dilemma. Jedoch sind einige Akteure aktiv geworden in den deutschen Kulturbetrieben. In der Veranstaltungsreihe „Das grüne Museum“ soll über diese Initiativen zum Klimaschutz berichtet werden. Es geht darum, den Kulturbetrieb und die kulturelle Infrastruktur zu erhalten. Diskutiert wird in diesem innovativen Format über die Dringlichkeit ökologischer Transformation, also den sogenannten Green New Deal für Museen und Depots.

Ein klarer Blick auf die Klimaschutz- oder Nachhaltigkeitsziele in Museen und Depots

 

Hier sind nicht nur nachhaltige Museumsbauten ein wichtiges Thema. Es ist auch entscheidend zu wissen, was ein energieeffizientes Museum oder Depot ist oder wie Museen und Depots eine CO2-Bilanz erstellen. Es fehlt aktuell ein klarer Blick auf die Klimaschutz- oder Nachhaltigkeitsziele in Museen und Depots. Die Veranstaltungsreihe „Das grüne Museum“ hat es sich zum Ziel gesetzt die spezifischen Bedingungen der Museen und Ausstellungshäuser gemeinsam zu betrachten, um daraus Handlungsfelder und konkrete Ziele ableiten zu lassen. Das grüne Museum bietet einen hohen Praxisbezug und eine Plattform der kurzen Wege. Hier treffen sich Personen aus Museen Wirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft und Forschung. Interessierte werden aufgefordert, sich eine lange Anreise zu sparen und sich stattdessen an einem Tag vor Ort über die Möglichkeiten von Klimaschutzzielen und Gefährdungsbeurteilungen sowie neue Nachhaltigkeitskonzepte für den Museums- und Depotalltag zu informieren. Veranstaltungen zum Thema „Das grüne Museum“ gibt es in Dresden, Frankfurt am Main und München.

Impressionen der Veranstaltung „Das grüne Museum“ im Rautenstrauch-Joest-Museum – Kulturen der Welt (2018) sehen Sie hier im Video:

In Dresden spricht am 29.9. 2022 Prof. Dr. Stefan Simon vom Rathgen-Forschungslabor, Staatliche Museen zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz zum Thema „Das Primat der Nachhaltigkeit – gemeinsam auf dem Weg zum Grünen Museum.“ Außerdem gibt Prof. Volker Huckemann, Dipl.-Ing. Architekt und Professor für Bauphysik und energieeffiziente Gebäude an der Hochschule Bochum Impulse zum Thema „Energie-Effizienz im Museum (Alt- und Neubau).“ In Frankfurt am Main stellt sich am 11.10.2022 eine „Expertengruppe Klimawandel und Kulturerbe“ den Fragen einer interessierten Öffentlichkeit.

„Das Primat der Nachhaltigkeit – gemeinsam auf dem Weg zum Grünen Museum“

Am 20.10.2022 geht es im Vortrag von Sina Herrmann, Projektleiterin Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Museum beim Deutschen Museumsbund um das Thema „Das Primat der Nachhaltigkeit – gemeinsam auf dem Weg zum Grünen Museum“. Und Matthias Mühling, Direktor des Lenbachhauses München, wendet sich in seinem Beitrag ebenfalls der Zukunft des Museums zu: „Unser Geschäftsmodell ist die Ewigkeit! Ein Museum auf dem Weg in die Klimaneutralität.“

Das komplette Programm können Sie hier herunterladen.

Der Louvre in Paris – eine Architektur-Ikone der Nachkriegsmoderne – hat einen hohen Energieverbrauch mit seinen mit seinen gigantischen Glaswänden. Foto: Wikimedia Commons / Benh LIEU SONG
Der Louvre in Paris – eine Architektur-Ikone der Nachkriegsmoderne – hat mit den gigantischen Glaswänden einen hohen Energieverbrauch. Foto: Wikimedia Commons / Benh LIEU SONG

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