25.05.2016

Projekte

Braucht es ein Urban Art Museum?

von Christine Kowalski

 

In Berlin wird nicht mit Superlativen gespart, wenn es um Bauprojekte geht. Letzte Woche wurde der Grundstein für das „weltweit einmalige“ Museum for Urban Contemporary Art gelegt.

Straßenkunst hat sich spätestens mit Banksy und seinen Werken zur neuen, avantgardistischen Kunstform entwickelt. Der Erhalt im öffentlichen Raum ist aus mehreren Gründen jedoch schwierig. Einerseits ist gerade die Gestaltung von abrissgefährdeten Wänden Konzept vieler Kunstwerke, wie uns die Graffitikünstler  Zasa v Dekor in einem Interview erläuterten.

Genau darin liegt die Krux: Wenn die Wände und Gebäude aufgrund von neuen Bauwerken entfernt werden müssen, wird auch das Kunstwerk zerstört. Viele Werke stehen bereits unter Denkmalschutz, in Wien wurde im letzten Jahr ein Gesetz zu ihrem Schutz ins Leben gerufen. Dennoch werden viele Kunstwerke von den Künstlern selber entfernt, wenn sie vom Abriss erfahren. So geschehen in Berlin und Bologna durch den Künstler Blu.

 

Warum braucht gerade Berlin ein Urban Art Museum? „Die deutsche Metropole mag keine Grenzen mehr und vereint Gegensätze“, so Yasha Young, die Leiterin und künftige Museumsdirektorin des Museums. „Gigantische Gemälde an der Wand mit Wow-Effekt, filigrane Stencils am Brückenpfeiler, die Kunst und Architektur verschmelzen lassen: Urban Art prägt das moderne, junge Gesicht dieser geschichtsträchtigen Stadt. Zeit also, dieser Kunstform mitten im Herzen Berlins eine Plattform und ein Zuhause zu geben.“

Wie genau die Kunstwerke gehängt werden, welche klimatischen Bedingungen herrschen werden und ob ein Restaurator im Museum fest angestellt wird, war bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt. Sicher ist, dass Berlin mit diesem Projekt ein wichtiges und internationales Forum schafft, in dem sich Kunstbegeisterte, Künstler und Forscher austauschen könnten.

Urban Art und die Möglichkeiten der Erhaltung haben wir in zwei RESTAURO-Ausgaben ausführlich beleuchtet: in  der RESTAURO 1/2015 sowie in der RESTAURO 1/2016.

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