„Die Aufgabengebiete der UNESCO sind sehr vielfältig“

Sabine Haag ist seit Ende 2017 Präsidentin der Österreichischen UNESCO-Kommission. Was ihr bei ihrer Arbeit und dem Erhalt und Schutz unseres Kultur- und Naturerbes wichtig ist, darüber sprach sie mit RESTAURO

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Dr. Sabine Haag, Generaldirektorin des KHM-Museumsverbandes, ist neue Präsidentin der österreichischen UNESCO-Kommission. Foto: KHM Museumsverband, Wien

 

1949 wurde die österreichische UNESCO-Kommission als nationale Verbindungsstelle der UNESCO eingerichtet. Zu ihren Aufgaben gehört unter anderem die Beratung der Regierung und anderer Institutionen in Kulturgüterangelegenheiten. Ende 2017 wurde Dr. Sabine Haag, Generaldirektorin des KHM-Museumsverbandes, durch die Mitgliederversammlung der Österreichischen UNESCO-Kommission zur Präsidentin selbiger Institution bestellt. Damit folgt sie auf Dr. Eva Nowotny, die der Organisation neun Jahre lang vorstand. „Der Verfall oder der Untergang jedes einzelnen Bestandteils unseres Kultur- und Naturerbes stellt eine beklagenswerte Schmälerung des Erbes aller Menschen dieser Welt dar“, erklärt Sabine Haag. „Baudenkmäler, Naturlandschaften und kulturelle Traditionen brauchen daher weltweit Unterstützung, Pflege und Schutz, um sie an zukünftige Generationen weiterzugeben. Nur so können sie langfristig erhalten bleiben und ihre identitätsbildende und sinnstiftende Funktion in unserer Gesellschaft erfüllen. Fünf UNESCO-Kulturkonvention bilden den Rahmen für diese gemeinsame Anstrengung zum Schutz und Erhalt unseres Kultur- und Naturerbes.“

Seit 2009 ist Sabine Haag die Generaldirektorin des KHM Museumsverbandes, zu dem neben dem Kunsthistorischen Museum noch das Völkerkundemuseum am Heldenplatz, das Schloss Ambras bei Innsbruck, die Wagenburg, der Theseustempel und das Wiener Theatermuseum gehören. Für das Kunsthistorische Museum ist sie seit ihrem Studium 1990 tätig. Die promovierte Kunsthistorikerin – ihre Dissertation schrieb sie über die Elfenbeinskulptur des 17. Jahrhunderts – kuratierte diverse Ausstellungen und war 2006 an der Untersuchung und Restaurierung der berühmten „Saliera“ beteiligt. 2007 wurde Sabine Haag zur Direktorin der Kunstkammer sowie der Weltlichen und Alten Geistlichen Schatzkammer berufen.

„Die Aufgabengebiete der UNESCO sind sehr vielfältig; die Themenbereiche fächern sich in Kultur-, Bildungs-, Wissenschafts- und Kommunikationsagenden auf, wobei es hier jeweils Schwerpunktsetzungen in Österreich gibt“, berichet Sabine Haag. „Aktuell freue ich mich auf die Welterbestätten-Konferenz Anfang Oktober, auf die Verleihung der LOréal Österreich-Stipendien an junge Wissenschaftlerinnen Ende Oktober im Rahmen des Kooperationsprojekts ,For Women in Science‘. Wir erwarten die UNESCO-Mission zur Prüfung der gefährdeten Welterbestätte in Wien im November und auch die Erweiterung der nationalen Liste des immateriellen Kulturerbes findet jetzt im Spätherbst statt.“ Für ihre Verdienste um Kunst und Forschung wurde Sabine Haag mit dem ViennaARTaward (2015), mit dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst (2015), dem Kommandeurkreuz des Königlich Spanischen Zivildienstordens (2016) sowie mit dem „Kronenorden“ des Belgischen Königreichs (2016) ausgezeichnet.