Berlinale Classics 2018

Ein Novum auf dem 68. Filmfest: Erstmals werden sieben digital restaurierte Filme auf der Berlinale gezeigt.

Weltpremieren werden auf Filmfestivals laufend gezeigt. Restaurierungen eher selten. Die 68. Berlinale, die am 15. Februar eröffnet, zeigt gleich sieben digital restaurierte Filme – alle erstmals und damit als Weltpremieren. Darunter ist der Stummfilmklassiker „Das alte Gesetz“ von Ewald André Dupont von 1923, der die so genannte Berlinale Classics Reihe am 16. September im Friedrichstadtpalast eröffnet. „Das alte Gesetz“ ist von der Deutschen Kinemathek restauriert worden und hat eine neue Filmmusik von Philippe Schoeller bekommen. Alle Nicht-Berlinale-Kartenbesitzer können dieses restaurierte Meisterwerk, bei dem die wieder aufgetauchten originalen Zwischentitel wiederhergestellt wurden, am 19. Februar auf Arte sehen.

Das alte GEsetz
Das alte Gesetz | The Ancient Law. Berlinale Classics, DEU 1923 von: Ewald André Dupont Henny Porten, Ernst Deutsch. Foto: Deutsche Kinemathek

 

Wie die anderen sechs restaurierten Filme zeigen, sind nicht nur die besonders alten Stummfilme restaurierungsbedürftig. Die japanische Produktionsfirma Shochiku hat den düsteren Nachkriegsfilm „Tokyo Boshoku“ von Yasujiro Ozus aus dem Jahr 1957 digital restauriert. Aber auch wesentlich jüngere Filme mussten bearbeitet werden, etwa die israelische Produktion „HaChayim Al-Pi Agfa“ von 1993 und Wim Wenders Filme.

Daran arbeitet die Wim-Wenders-Stiftung kontinuierlich seit 2014. Mit einem großen Vorteil: Wim Wenders selbst kann Tipps geben und ist bei der Restaurierung dabei. Seit die Stiftung begonnen hat, Wenders-Filme zu restaurieren und zu digitalisieren, sind fast 20 Filme bearbeitet worden. In der Reihe Berlinale Classics läuft „Der Himmel über Berlin“, dessen Restaurierung durch die Stiftung gerade abgeschlossen werden konnte. Dabei griffen die Restauratoren auf Originalnegative zurück, denn durch den Wechsel von Schwarz-Weiß- und Farbszenen war der technische Dreh-Aufwand 1987 riesig. Die Stiftung beschreibt ihre Restaurierungsschritte so: „Befundung aller Ausgangsmaterialien, Einscannen des analogen Materials, händische Einzelbildretusche von beschädigten Sequenzen und Einzelbildstabilisierung, Rekadrierung des Bildes sowie Licht- und Farbbestimmung.“ Ein kleiner Film auf der Internetseite der Stiftung (www.wimwendersstiftung.de) zeigt die Arbeitsschritte hin zu einer digitalen Überarbeitung in dem heute üblichen Abspielformat 4K, das für eine Ultra High Definition Bildauflösung steht.