Bayreuths neuer Star

Mit einem gigantischen Aufwand wurde das Markgräfliche Opernhaus restauriert, das Ergebnis kann sich sehen lassen. Ende April wurde es feierlich eröffnet. Konservierung statt Restaurierung sowie Erhalt des Originals statt Rekonstruktion lautete die Devise

Prachtvolle Aussicht: Blick in
den Zuschauerraum und auf die Fürstenloge, die Ränge und Decke des Markgräflichen Opernhauses Bayreuth nach rund sechsjähriger Restaurierung. Foto: © Bayerische Schlösserverwaltung / Heiko Oehme
Prachtvolle Aussicht: Blick in
den Zuschauerraum und auf die Fürstenloge, die Ränge und Decke des Markgräflichen Opernhauses Bayreuth nach rund sechsjähriger Restaurierung. Foto: © Bayerische Schlösserverwaltung / Heiko Oehme

Ein barockes Juwel ist wieder eröffnet: Das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth, das weltweit einzigartige Barocktheater, wurde sechs Jahre lang restauriert und saniert. Ein Expertenteam führte seit 2012 unter der Fachaufsicht der Bayerischen Schlösserverwaltung und des Staatlichen Bauamts Bayreuth die aufwendigen Arbeiten am Kulturdenkmal, das im gleichen Jahr in die UNESCO-Welterbeliste eingetragen wurde, durch.

Allein 30 Restauratoren waren an den Arbeiten beteiligt

Das Opernhaus wurde von 1744 bis 1748 nach Entwürfen der Architekten Giuseppe und Carlo Galli-Bibiena erbaut, die Fassade 1750 von dem Architekten Joseph St. Pierre vollendet. Weniger als vier Jahre arbeitete man an dem Sandsteinbau, der ein aus Holz konstruiertes, teilweise mit Leinwand bespanntes und vollständig bemaltes Logenhaus beherbergt. Auftraggeber war das Markgrafenpaar Friedrich und Wilhelmine von Bayreuth. Die illusionistische Bemalung zeigt ein Logenhaus mit scheinbar aufwendig gearbeiteter Architektur und Ornamentik in Verbindung mit geschnitztem Blattwerk und gefassten Holzbildwerken über der Fürstenloge und dem Bühnenbogen sowie als Bekrönung der Trompeterlogen. Dieser Raumeindruck war durch Übermalungen gestört und wurde nun wieder hergestellt.

Bei der Restaurierung wurde vor allem Wert darauf gelegt, dass die Originalsubstanz und Authentizität bewahrt wird. Konservierung statt Restaurierung sowie Erhalt des Originals statt Rekonstruktion: Im Logenraum sollten die originalen Ober Flächen mit Gebrauchsspuren bestehen bleiben. 30 Restauratoren, darunter Dipl.-Rest. Martin Hess und Dipl.-Rest. Dr. Melissa Speckhardt, nahmen spätere Mal- und Schmutzschichten ab und retuschierten zurückhaltend an den Stellen, die den gesamten Eindruck störten, denn das Haus sollte nicht wie neu aussehen, sondern durchaus seine Geschichte weiter in sich tragen.

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