Status auf wackligem Fuß

Kürzlich nahm die Unesco im Rahmen der 41. Sitzung des Welterbe-Komitees im polnischen Krakau 21 Stätten des Kultur- und Naturerbes in die Welterbe-Liste auf. Venedig darf seinen Welterbe-Status behalten – vorerst.

Die Welterbe-Liste der Unesco umfasst derzeit 1073 Stätten in 167 Ländern. Neu in der deutschen Liste sind sechs eiszeitlichen Höhlen und Eiszeitkunst im Schwäbischen Jura in Baden-Württemberg. Nomaden besiedelten sie erstmals vor etwa 43.000 Jahren. Sie sind Fundorte der ältesten mobilen Kunstwerke der Welt, dazu gehören die kleine „Venus vom Hohle Fels“ aus Mammutelfenbein, Musikinstrumente und Schmuck.

Erweitert wurde das bereits gelistete Erbe „Bauhaus“: Neben den 1996 aufgenommenen Bauten in Weimar und Dessau zählen nun auch die Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes in Bernau und fünf Laubenganghäuser in Dessau-Roßlau dazu, Hauptwerke des zweiten Bauhaus-Direktors Hannes Meyer aus den späten zwanziger Jahren. Der Naumburger Dom fiel jedoch zum zweiten Mal durch. Zu den weiteren aufgenommenen Stätten gehört auch die Altstadt von Hebron im Westjordanland aus ägyptisch-mameluckischer Herrschaftszeit von 1250 bis 1517. Gleichzeitig wurden erneut Anträge aus Staaten berücksichtigt, die bislang nicht auf der Liste vertreten waren, so aus Angola und Eritrea.

In Wien hat das Vorhaben eines massiven Hochhausbaus die Unesco bewogen, den Welterbe-Status des historischen Zentrums als höchst gefährdet einzustufen und es auf die „rote Liste“ zu setzen. Dagegen verschob die Unesco die Entscheidung, ob Venedig den Status als Welterbe behalten darf, um zwei Jahre auf 2019. Das Komitee würdigte die bereits erzielten Fortschritte und gibt der Stadt mehr Zeit, gestartete Maßnahmen umzusetzen.