30.07.2021

Kunststück Projekte

App ermöglicht virtuelle Expedition zum Jupitertempel von Baalbek

von Martin Miersch
Höhepunkt des App-Rundgangs ist der Besuch des Jupitertempels von Baalbek mit seiner Ringhalle mit 54 Säulen. Foto: Screenshot Youtube

Höhepunkt des App-Rundgangs ist der Besuch des Jupitertempels von Baalbek mit seiner Ringhalle mit 54 Säulen. Foto: Screenshot Youtube

Die berühmten Tempelanlagen von Baalbek, das antike Heliopolis im Libanon, sind eine der größten römischen religiösen Stätten der Welt und gehören zum Weltkulturerbe. Die App „Baalbek Reborn. Temples“ nutzt die neueste Technologie, um die Ruinen zu rekonstruieren

Höhepunkt des App-Rundgangs ist der Besuch des Jupitertempels von Baalbek mit seiner Ringhalle mit 54 Säulen. Foto: Screenshot Youtube
Höhepunkt des App-Rundgangs ist der Besuch des Jupitertempels von Baalbek mit seiner Ringhalle mit 54 Säulen. Foto: Screenshot Youtube

App „Baalbek Reborn. Temples“ ermöglicht atemberaubende Begehung

Wer hat sich nicht schon einmal bei einer Besichtigung bescheidener baulicher Überreste von Roms einstiger Größe gewünscht, diese einmal in ihrer ganzen architektonischen Schönheit betrachten zu können? Im Falle der im Libanon gelegenen kaiserzeitlichen Tempelanlagen von Baalbek ist dies nun möglich. Dem Geld des Milliardärs Bassam Alghanim ist ein Virtual-Reality-Projekt zu verdanken, in dessen Verlauf eine Rekonstruktion der Tempelanlagen in ihrem vermutlichen Originalzustand erstellt wurde.

Eine App mit einer 3D-Rekonstruktion ermöglicht eine atemberaubende Begehung des mächtigsten Heiligtums des Römischen Reiches. Baalbek gehört zu den wenigen Siedlungen weltweit, die seit 10.000 Jahren kontinuierlich besiedelt sind. Berühmt ist Baalbek, das antike Heliopolis, in der fruchtbaren Bekaa-Ebene im Libanon heute vor allem für seine Tempel aus römischer Zeit, die den Ort prägen. Die sechs verbliebenen Säulen des Jupitertempels, sind mit 22,6 Metern Höhe die mächtigsten Säulen des Römischen Reiches. Aber es ist schwer sich vorzustellen, wie sich römisches Leben in der Levante vor 1.800 Jahren abgespielt hat.

Das wird sich nun ändern, denn die kostenfreie App „Baalbek Reborn. Temples“ gibt bisher nie gekannte Einblicke in diese faszinierende Architektur. Produziert wurde die App von Flyover Zone Productions aus den USA und dem Deutschen Archäologischen Institut (DAI) in Kooperation mit der Antikenverwaltung DGA des libanesischen Kulturministeriums.

1.800 Jahre mit einem Mausklick

Sie beginnt mit einer Luftaufnahme Baalbeks, in dessen Nähe die beiden libanesischen Flüsse Litani und Orontes entspringen. Baalbek ist Aramäisch und bedeutet „Herr der Quelle“. Die Römer erkannten die strategische Bedeutung und errichteten hier das gewaltige Jupiterheiligtum mit weiteren Tempeln, die größte Tempelanlage des gesamten Römischen Reiches. Die App zeigt die Stadt auf dem Höhepunkt ihrer Macht um 215 n.Chr.

Es empfiehlt sich, zunächst die etwa halbstündige Tour zu 38 Punkten zu wählen, um sich mit dem gewaltigen Komplex und der App vertraut zu machen. Danach kann man nach Lust und Laune springen und stöbern. Die App funktioniert auf zwei Ebenen: Sie führt die User:innen in die aktuelle Grabungsstätte, wo Archäolog:innen des DAI seit 1998 arbeiten, und in die durch Computeranimation erstellte hypothetische Rekonstruktion, die das Team von Flyover Zone auf Basis der wissenschaftlichen Dokumentation erstellt hat. Meist kann man zwischen beiden Ebenen springen – 1.800 Jahre mit einem Mausklick.

 

 

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Tipp: Lesen Sie mehr zum Thema im Restauratoren Handbuch 2021/2022, das im Herbst 2021 erscheinen wird.

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