5 Millionen Euro für DFG-Projekt „Handschriftenportal“

Open Access – die digitale Transformation des Handschriftenerbes geht weiter: Seit 2019 bauen die Staatsbibliotheken in Berlin und München, die Universitätsbibliothek Leipzig und die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel mit Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) die digitale Plattform „Handschriftenportal“ auf, das Informationen zu Handschriften des Mittelalters und der Neuzeit in deutschen Sammlungen zentral bündelt. Jetzt hat die DFG fast 5 Millionen Euro für die dreijährige Weiterführung des Vorhabens bewilligt. Forschende und die interessierte Öffentlichkeit können schon jetzt weltweit im Open Access die kostbaren Manuskripte vergangener Epochen betrachten und den aktuellen Kenntnisstand zu den einmaligen Buchobjekten recherchieren

Unter den vielen Schätzen der Bayerischen Staatsbibliothek ragt ein Buch ganz besonders heraus: Der sogenannte „Münchener Boccaccio“ (Cod. Gall. 6) mit den kostbaren Miniaturen von Jean Fouquet. Nur sehr selten wird es in der Schatzkammer der BSB gezeigt. Ihren Höhepunkt erreicht das opulent ausgestattete Werk in der ganzseitigen Miniatur, die den Prozess des Herzogs von Alencon und die Entourage von König Karl VII. von Frankreich in ihrer ganzen Prachtentfaltung widergibt. Aber auch äußerlich weniger spektakuläre Handschriften des Mittelalters sind als Unikate wichtige Speicher unseres kulturellen Erbes.

Kooperation und Vernetzung durch das „Handschriftenportal“

Wie aber bringt man sie zum Sprechen? Kooperation und Vernetzung ist gerade auf dem schwierigen Gebiet der Handschriftenforschung von größter Wichtigkeit. Seit 2019 bauen die Staatsbibliotheken in Berlin und München, die Universitätsbibliothek Leipzig und die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel mit Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) das digitale Plattform „Handschriftenportal“ auf, das Informationen zu Handschriften des Mittelalters und der Neuzeit in deutschen Sammlungen zentral bündelt. Im Handschriftenportal wird eine zentrale Informationsplattform für mittelalterliche und neuzeitliche Buchhandschriften in deutschen Sammlungen entwickelt, die das bisherige Angebot von Manuscripta Mediaevalia zeitgemäß ersetzt.

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5 Millionen Euro für die dreijährige Weiterführung

Nun hat die DFG fast 5 Millionen Euro für die dreijährige Weiterführung dieses innovativen und auf die Bedarfe von Forschung und Sammlungen ausgerichteten Vorhabens bewilligt. Neu in der Projektgruppe ist der Lehr- und Forschungsbereich Information Behavior der Humboldt-Universität zu Berlin, dessen Begleitung eine optimale Usability des neuentwickelten Portals gewährleistet. Das Handschriftenportal öffnet mittels modernster Suchmaschinen- und Präsentationstechnologie den Weg zu wissenschaftlichen Erschließungsdaten und digitalen Reproduktionen der unikalen handschriftlichen Kulturzeugnisse Deutschlands. Forschende und die interessierte Öffentlichkeit können weltweit im Open Access die kostbaren Manuskripte vergangener Epochen betrachten und den aktuellen Kenntnisstand zu diesen einmaligen Buchobjekten recherchieren.

Bereits jetzt ist das Angebot als Testversion online

Mit Forschungsdaten zu bereits mehr als 70.000 Handschriften ist das Handschriftenportal der führende Anbieter im internationalen Vergleich. Im Sommer 2022 wird das Online-Angebot mit den grundlegenden Funktionen von Datenhaltung und -eingabe, Datenverbesserung und Online-Präsentation zum Abschluss der 1. Projektphase live gehen – bereits jetzt ist das Angebot als Testversion online. In der nun bewilligten 2. Förderphase kann sich das innovative Potenzial des Systems breit entfalten. So ermöglichen interaktive Elemente Fachleuten künftig, das digitale Wissen über die historischen Handschriften anzureichern und kooperativ zu bearbeiten.

Die Bayerische Staatsbibliothek ist mit über 49.000 einschlägigen Objekten der größte Content Provider

Eine konsequente Nutzung verlinkter Normdaten eröffnet nicht nur neue Suchperspektiven auf das Datenmaterial, sondern auch Nutzungsszenarien für die Digital Humanities. Die Bayerische Staatsbibliothek ist mit ihrer weltweit bedeutenden Handschriftensammlung mit über 49.000 einschlägigen Objekten der größte Content Provider für das Handschriftenportal. Sie stellt mehr als 15.000 wissenschaftliche Beschreibungen und mehr als 10.000 Volldigitalisate zu eigenen Beständen zur Verfügung. Dr. Klaus Ceynowa, Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek, freut sich „über die erneute großzügige Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Fortsetzung dieses für die digitale Forschungsdateninfrastruktur relevanten Projekts.”