Alte Kostbarkeiten kehren zurück

 

In den ehemals fürstbischöflichen Räumen des Schlosses Bruchsal hängen seit wenigen Tagen alle Tapisserien. Die Anbringung bedeutet einen wichtigen Schritt für die Wiedergewinnung der Prunkräume der Beletage. 

Im Rahmen der umfangreichen Restaurierungsmaßnahmen des Schlosses Bruchsal haben die Restauratorinnen zwei große Tapisserienfolgen gehängt. Seit zehn Jahren halten die komplexen restauratorischen Arbeiten in Schloss Bruchsal bereits an. Ende April 2017 sollen die Prunkräume der Beletage schließlich wieder geöffnet und dem Publikum zugänglich gemacht werden. Mit der Hängung der wertvollen Tapisserien aus dem 17. Jahrhundert nähern sich die einst von den Fürstbischöfen von Speyer ausgestatteten Räume allmählich ihrer ursprünglichen Pracht. Die Hängung ist Voraussetzung für alle weiteren Arbeiten: Erst wenn die großflächigen Textilien angebracht sind, können die historischen Öfen und Möbel eingebracht und die Gemälde aufgehängt werden.

Die 70 Tapisserien im Schloss Bruchsal, von denen künftig 38 in der Beletage präsentiert werden, bilden eine der bedeutendsten Sammlungen Europas. Zu sehen waren sie bisher nur in einer modernen musealen Präsentation und nicht als Ausstattungsgegenstand im Schlosskontext.

Eine der Tapisseriefolgen, die nun gehängt wurde, zeigt die Verwandlungen des antiken Gottes Jupiter. Er nimmt in den Erzählungen verschiedene Gestalten an, um schöne Frauen zu verführen. Berühmt ist Jupiters Begegnung in Form eines Stiers mit Europa; ebenso bekannt ist die Geschichte der Leda, der er sich als Schwan näherte. „Das Thema ist zwar sehr weltlich für die Wohnung eines geistlichen Herrschers, wir wissen aber, dass die Tapisserien schon zu Zeiten der Fürstbischöfe in Bruchsal hingen“, sagt Petra Pechaček, Konservatorin der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg.