Verschollener Dürer-Kupferstich

 

Ein elsässischer Sammler und Archäologe hat auf einem Flohmarkt im französischen Sarrebourg einen wertvollen Kupferstich von Albrecht Dürer gekauft, ein Werk, das seit dem Zweiten Weltkrieg als verschollen galt. Als er auf der Rückseite des Blattes den Stempel der Saatsgalerie Stuttgart entdeckte, schenkte er seinen Fund der Graphischen Sammlung des Museums.

Werk als Kriegsverlust aufgeführt

Die Staatsgalerie freut sich sehr über den wertvollen zurückgekehrten Kupferstich, und die Direktorin, Christiane Lange, ist „sehr dankbar, dass das Blatt nach über 70 Jahren in die Hände eines Kunstliebhabers kam, der seinen wertvollen Fund nicht für sich behielt, sondern der Öffentlichkeit zurückgibt“. Zumal das auf 1520 datierte Blatt nach dem Zweiten Weltkrieg an seinem Auslagerungsort in der französischen Besatzungszone als gestohlen galt. Seit 2003 war es in der Datenbank „Lost-Art“ als Kriegsverlust aufgeführt.

Die Reihe der 15 Kupferstiche

Maria mit Kind von Albrecht Dürer

Albrecht Dürers Kupferstich zeigt Maria mit Kind, von einem Engel gekrönt. Foto: Staatsgalerie Stuttgart

Das verschollen geglaubte Werk von Albrecht Dürer ist „in einem sehr guten Zustand, sogar das originale Passepartout der Graphischen Sammlung ist noch vorhanden“, erklärt Dr. Hans-Martin Kaulbach, Kurator der Graphischen Sammlung. Der 13,3 mal 10,3 Zentimeter große Kupferstich zeigt auf der Vorderseite Maria mit dem Kind, gekrönt von einem Engel. Auf der Rückseite trägt er den Stempel der Staatsgalerie Stuttgart.

Das Werk ist Teil einer Reihe von 15 Kupferstichen mit der hoheitsvollen Mutter Gottes und dem Jesuskind, die Albrecht Dürer in verschiedenen Zeiten schuf. Kennzeichnend ist ihre lebensnahe Innigkeit, die dem religiösen Bedürfnis nach Vergegenwärtigung entgegenkam. Der Bestand Dürers Druckgraphiken in der Graphischen Sammlung umfasst 250 Werke. Die Exemplare sind in bester Druckqualität vorhanden – von den frühesten Kupferstichen bis hin zu den bekanntesten Folgen, wie „Apokalypse“ und die drei Folgen der „Passion“.