11.08.2020

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Tragfähige und überzeugende Nutzungskonzepte für vier Denkmäler gesucht!

von Valentina Grossmann
darunter die Nikolaikirche in Bad Wilsnack (Blick Grundriss Kellergeschoss). Foto: www.denkmal-leipzig.de
darunter die Nikolaikirche in Bad Wilsnack (Blick Grundriss Kellergeschoss). Foto: www.denkmal-leipzig.de

 Auch 2020 widmet sich der studentische, deutschlandweite Architekturwettbewerb  „Messeakademie“ im Rahmen der „denkmal“ dem Thema „Entwerfen im historischen Umfeld – Altbau. Umbau. Neubau.“ Für vier denkmalgeschützte Gebäude werden Konzepte für den Fortbestand und die Weiternutzung gesucht


Bereits zum elften Mal lobt die Messeakademie 2020 im Rahmen der „denkmal“ einen studentischen Archiktektur-Wettbewerb aus. Gesucht werden tragfähige und überzeugende Nutzungskonzepte für vier Denkmäler, darunter die Nikolaikirche in Bad Wilsnack (Blick Grundriss Kellergeschoss). Foto: www.denkmal-leipzig.de
Bereits zum elften Mal lobt die Messeakademie 2020 im Rahmen der „denkmal“ einen studentischen Archiktektur-Wettbewerb aus. Gesucht werden tragfähige und überzeugende Nutzungskonzepte für vier Denkmäler, darunter die Nikolaikirche in Bad Wilsnack (Blick Grundriss Kellergeschoss). Foto: www.denkmal-leipzig.de

Der bundesweite, studentische Architekturwettbewerb „Messeakademie“ findet dieses Jahr zum elften Mal im Rahmen der „denkmal“ – der europäischen Leitmesse für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung statt. Erneut werden praxistaugliche Konzepte zum Thema „Entwerfen im historischen Umfeld – Altbau. Umbau. Neubau“ für vier denkmalgeschützte Gebäude gesucht. Studierende der Fachrichtungen Architektur und Bauingenieurwesen können ihre Entwürfe noch bis Ende August einreichen.

Schon seit der ersten Messeakademie werden Konzepte gesucht, die Denkmale dauerhaft erhalten und eine sinnvolle Weiternutzung ermöglichen. Zur Auswahl stehen den Teilnehmern ein Gasthof in Sachsen, eine Bürgerschule in Thüringen, ein Kellergewölbe in Brandenburg und ein Rittergut in Sachsen-Anhalt.

Das ehemalige Gasthaus „Drei Rosen“ in Rötha im Landkreis Sachsen gehört zu den ältesten Gebäuden der Stadt und liegt an der Nordseite des Marktplatzes. Das Gebäude erhebt sich durch seine Kubatur deutlich über die bestehende Bebauung hinaus. Über Jahrhunderte diente es neben seiner Funktion als Gasthaus und Schenkhaus auch als Rathaus. Die Geschichte des Gebäudes reicht vermutlich bis ins 15. Jahrhundert zurück. Ende des 19. Jahrhunderts erfolgten tiefgreifende Umbauarbeiten. Seit einem Brand im Jahr 1995 steht der Gasthof leer. Im Rahmen der Messeakademie werden nun Ideen gesucht, die auch benachbarte Grundstücke in städtischem Eigentum einbeziehen. Die Stadt Rötha als Eigentümerin erhofft sich durch die Umgestaltung eine stärker belebte Stadtmitte.

Die ehemalige Bürgerschule aus dem Jahr 1855 ist ein zweigeschossiger Dreiflügelbau. Dieser orientiert sich mit seiner breitgelagerten elfachsigen Hauptfassade in klassizistischer Formensprache und seinen zwei von Pilasterportiken gerahmten Eingängen städtebaulich und gestalterisch am ehemaligen Rasenmarkt. Der Rasenmarkt befindet sich im historischen Stadtquartier der Stadt Weida in Thüringen und ist heute als Platz der Freiheit bekannt. Im Jahr 1901 erfolgte die Aufstockung um ein weiteres Geschoss. Die Messeakademie sucht ein tragfähiges und umsetzbares denkmalgerechtes Konzept für eine angemessene Nutzung des Gebäudes. Der Planungsbereich umfasst die ehemalige Bürgerschule, die Freifläche vor dem Gebäude sowie die Einmündungsbereiche.

Die Evangelische Kirchengemeinde St. Nikolai in Bad Wilsnack, Brandenburg gewann durch die Sanierung der Wunderblutkirche im Rahmen des Bundesförderprogrammes „Denkmale von nationaler Bedeutung“ an überregionaler Aufmerksamkeit. Für das Umfeld der Wallfahrtskirche ist ein Gesamtsanierungskonzept vorgesehen. Auf der Nordseite des monumentalen Kirchenbaus befindet sich ein geschlossener Bogengang. Bis 1976 stand dort das Schloss der Patronatsfamilie von Saldern, das durch einen Brand zerstört wurde. Nur das Kellergewölbe ist hervorragend erhalten. Entwickelt werden soll der Entwurf eines Bauwerks über dem Kellergeschoss mit entsprechenden Nutzungsmöglichkeiten. Das Umfeld der St. Nikolaikirche soll ebenfalls in den Entwurf eingebunden werden. Darüber hinaus benötigt die Kirchengemeinde einen musealen Raum, um ihre Kunstgüter zu präsentieren sowie ein funktionales, lichtdurchflutetes Gebäude für Veranstaltungen.

Das Rittergut in Sachsen-Anhalt befindet sich inmitten einer ehemaligen Wasserburg. Es ist ein zweigeschossiges barockes Herrenhaus aus dem Jahr 1744. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es bis 2006 als Kinderheim genutzt und befindet sich seitdem im notgesicherten Leerstand. Diese Aufgabe umfasst, Umnutzungsmöglichkeiten für das ehemalige Rittergut zu bestimmen, welche die Denkmalqualitäten erhalten und wiederbeleben.

„Realistische Aufgabenstellungen charakterisieren den Wettbewerb von Beginn an und machen ihn zu einem für angehende Architekten und Architektinnen attraktiven Betätigungsfeld. So hat die Leipziger Messe schon unzählige Studierende für denkmalpflegerisch relevante Themen begeistert und das innovative Potential der jungen Menschen mit aktuellen Herausforderungen der denkmalpflegerischen Praxis verbunden. Trotz der coronabedingten Absage der Exkursionen im Frühjahr bearbeiten Studierende von sieben unterschiedlichen Universitäten und Hochschulen die angebotenen Themen. Ich bin sehr gespannt auf die Entwürfe und freue mich wirklich, dass die Messeakademie auch in diesem Jahr den Eigentümern und Nutzern der Denkmale Anregungen und konkrete Vorschläge zur denkmalgerechten Weiternutzung ihrer Gebäude gibt“, erklärt Ina Malgut, Projektbetreuerin der Messeakademie.

Am 8. Oktober 2020 bewertet eine Jury mit Experten aus der Denkmalpflege, Lehre, Architektur und Fachpresse alle Entwurfsarbeiten, die bis zum 31. August 2020 eingereicht wurden. Aus den zehn besten Wettbewerbsarbeiten wählt die Jury drei Preisträger aus. Die zehn besten Entwurfsarbeiten werden auf der denkmal 2020 ausgestellt und anschließend in einer von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz herausgegebenen Dokumentation publiziert. Prämiert werden die überzeugendsten Nutzungskonzepte und Lösungen am 6. November 2020 auf der „denkmal“ im Rahmen des Fachkolloquiums der Messeakademie. Darüber hinaus werden die Preisträger ihre Entwürfe dem Publikum vorstellen und ihre Preisgelder im Gesamtwert von 1.500 Euro erhalten.

Auf die Teilnehmer warten nicht nur spannende Aufgaben, sondern auch Preisgelder
1. Preis Euro 750 Euro
2. Preis Euro 450 Euro
3. Preis Euro 300 Euro

Weitere Informationen zur Anmeldung und zur Jury finden Sie unter www.denkmal-leipzig.de/messeakademie

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