24.10.2018

Kunststück

Räuberrad auf die Beine gestellt

von Uta Baier

Zurück auf dem Platz: Vor der Berliner Volksbühne steht nun wieder das restaurierte Logo des Theaters – das “Räuberrad”

 

Es war weder als Denkmal noch als Logo geplant und ist doch beides geworden: das 1994 auf dem Rosa-Luxemburg-Platz vor der Berliner Volksbühne aufgestellte „Räuberrad“. Gedacht als temporäres Kunstwerk nach den Entwürfen von Bühnenbildner Bert Neumann und anlässlich der Inszenierung von Friedrich Schillers Stück „Die Räuber“ aufgestellt, trugen später Programmhefte und Plakate eine stilisierte Zeichnung des „laufenden“ sechsspeichigen Rades. Das „Räuberrad“, inspiriert von den so genannten Gaunerzinken, war zum Logo des Theaters geworden und blieb auf der Wiese vor dem Theater stehen. Das Land Berlin kaufte das Rad später an.

Doch nachdem der Vertrag von Volksbühnen-Chef Frank Castorf vom Land Berlin nicht verlängert worden war, nahm Castorf das Rad 2017 mit auf seine Abschiedstournee und ließ es in Avignon aufstellen. Um die riesige Eisenskulptur transportieren zu können, musste sie allerdings in drei Teile zersägt und vor Ort wieder zusammengeschweißt werden.

Nach seiner Rückkehr wurde das Rad, dessen Füße stark verrostet waren, in die Werkstatt der Metallrestaurierungsfirma Haber und Brandner gebracht und durch die Metallrestauratorin Marina de Fümel von der Stiftung Stadtmuseum Berlin restauriert. Die Kosten betrugen 25.000 Euro, ursprünglich war von etwa 38.000 Euro die Rede. Jetzt wurde es wieder vor der Volksbühne aufgestellt.

Auch wenn das Theater nach der kaum einjährigen, völlig verunglückten Intendanz des ehemaligen Münchner Haus der Kunst-Chefs Chris Dercon noch nicht wieder zu alter Größe und Bedeutung zurückgefunden hat – sein Erkennungszeichen steht wieder auf stabilen Füßen.

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