Besucherrekord in Leipzig

 

Traditionelle Handwerkskunst, historische Baustoffe und viel Liebe zum Detail: Auf der Leipziger „Denkmal“ drehte sich vom 10. bis 12. November 2016 alles um Denkmalpflege und Restaurierung. Ein Messe-Rückblick.

Mit einem Besucherrekord ging in Leipzig die Messe „Denkmal“, die wichtigste europäische Messe für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung zu Ende. Rund 13.900 Menschen besuchten die Veranstaltung – etwa 800 mehr als vor zwei Jahren. Die zwölfte Ausgabe versammelte Handwerker, Restauratoren, Architekten, Bauherren und Denkmalschützer aus dem In- und Ausland. Viele zeigten ihre Arbeiten in der Ausstellung und tauschten sich in Symposien und Workshops aus. Gut kamen die Vorträge des Verbands der Restauratoren (VDR) zur Berufsorientierung sowie Aus- und Weiterbildung an. So fördert zum Beispiel die HAWK Hildesheim die berufsbegleitende Qualifizierung zum Bachelor. Dass viele Menschen den Zwiespalt Denkmal oder Abrissbirne bewegt,  zeigte die angeregte Debatte im Anschluss der von Keimfarben gesponserten RESTAURO-Podiumsdiskussion „Denkmale sind keine Schönmale! Wie kann die Akzeptanz von Betonbauten der 60/70er-Jahre erhöht werden?“.

Über 430 Aussteller waren diesmal in Leipzig dabei. Viele Hersteller setzten sich mit dem Thema Lehmbau auseinander, der seit Jahren eine regelrechte Renaissance erlebt. Eine Weltneuheit präsentierte das Traditionsunternehmen Hiss Reet aus Bad Oldesloe mit seinem neuen Wand- und Deckenpaneel aus Schilfpflanzen.
Bei der angeschlossenen „Mutec“, der Internationalen Fachmesse für Museums- und Ausstellungstechnik, die in diesem Jahr auf der „Denkmal“ ihre Premiere als Eigenveranstaltung feierte, waren 80 Aussteller vertreten, darunter die Gipsformerei der Staatlichen Museen zu Berlin. Die 1819 gegründete Institution stellt sich den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. An ihrem Messe-Stand konnten die Besucher sich davon überzeugen, wie die älteste Einrichtung der Staatlichen Museen zu Berlin mit analogen und digitalen Verfahren arbeitet, mit konventioneller Abformtechnik und berührungsfreiem Scan. Insgesamt ist die Digitalisierung auf dem Vormarsch, beim Denkmalschutz, in den Museen, und vor allem beim Thema Beleuchtung, um die Exponate ins rechte Licht rücken. Sie spielt aber auch immer mehr bei der Vermittlung von Kunst eine große Rolle: Beliebter als Audioguides sind mittlerweile Museums-Apps.

Ein weiteres Thema war die Barrierefreiheit – Hilfen für Blinde und Sehbehinderte. „Tactile Studio“ aus Paris präsentierte dazu in Leipzig innovative Lösungen, Modelle und Reliefs zum Tasten und Berühren. Auf Aktionsflächen waren viele Handwerksberufe zu erleben. Drei Tage lang zeigten unter anderem Tischler, Zimmerer und Steinmetze ihr meisterliches Können und trugen dazu bei, dass Jahrhunderte alte Handwerkskunst weitergetragen wurde. Außerdem gab es eine mehrtägige Auktion, auf der historische Baustoffe, Beschläge, Türen und Geländer bis hin zu Objekten aus Stein, unter den Hammer kamen.

Gute Gespräche, gute Ergebnisse

Eine eigene Schau zeigte darüber hinaus, dass die „Denkmal“ in diesem Jahr im Zeichen des Bauhaus-Jubiläums 2019 stand. Dazu präsentierte sich Tel Aviv mit ihrem Bauhaus-Center und ihrem Welterbe „Weiße Stadt“. Nach Abschluss der Messe zeigte sich der Verband der Restauratoren (VDR) mit dem Ergebnis sehr zufrieden. „Für uns war die Denkmal-Messe in diesem Jahr ein besonderes Highlight, und zwar in mehrfacher Hinsicht“, freut sich VDR-Geschäftsführerin Katharina Trifterer. „Die Publikumsfrequenz an unserem Stand war nicht nur höher als auf den Messen vergangener Jahre, die Besucher waren auch äußerst interessiert und wir haben eine erfreuliche Anzahl neuer Mitglieder für unseren Verband gewinnen können. Darunter waren sowohl junge Restauratoren, die noch im Studium sind, als auch Handwerker, die eine akademische Ausbildung anstreben sowie im Beruf stehende Restauratoren, die insbesondere auch die berufspolitische Arbeit des VDR unterstützen wollen.“ Auch dass die „Denkmal“ für den VDR und seine Mitglieder zum wichtigen Treffpunkt im Netzwerk geworden ist, bestätigte Katharina Trifterer. „Etliche Fachgruppen und Ausschüsse des Verbands haben sich gezielt getroffen, aber wie wir alle wissen, ist der informelle persönliche Kontakt am Messestand, beim Kaffee oder auch bei Veranstaltungen und Diskussionsrunden ein wesentlicher und bereichernder Teil von anstrengenden, aber inspirierenden Messetagen.“ Die nächste Auflage der „Denkmal“ findet vom 8. bis 10. November 2018 statt. Auf die kommende Ausgabe darf man schon jetzt gespannt sein.


 

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