Konservierungsmethoden von Diazotypien

Projektbericht zur Alkalibeständigkeit von Diazotypien, welche in den Akten vieler Archive und in den Nachlässen von Bibliotheken zu finden sind. Die Diazotypie wird umgangssprachlich auch als Blaupause (engl. blueprint) bezeichnet. Sie ist aber nicht mit der Cyanotypie, einer ebenfalls silberlosen Lichtpaustechnik, welche durch blaue Eisensalze entwickelt wird, zu verwechseln. Untersucht wurde, ob eingebundene Diazotypien bei einer konservatorischen Behandlung wie einer Massenentsäuerung, mitbehandelt werden können oder ob Veränderungen zu befürchten sind.

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ZFB:2-Anlage, Zentrum für Bucherhaltung, Leipzig, Foto: ZFB/Jana Moczarski

Diazotypien werden meist nicht entsäuert, da man befürchtet, dass die Einwirkung der alkalischen Entsäuerungsmittel zu Farbänderungen führt. Um diese Annahme zu prüfen, wurden Diazotypien mit drei verschiedenen Verfahren entsäuert und anschließend künstlich gealtert. Die Diazotypie ist ein chemisch-fotografisches Lichtpausverfahren auf Nichtsilber-Basis, das durch Azofarbstoffe die positive Kopie einer Zeichnung erzeugt.

Bei der Diazotypie wurde oft sauer gestrichenes Papier als Trägermaterial verwendet. Außerdem verblieben die verwendeten Chemikalien im Papier und wurden nicht ausgewässert. Beide Faktoren wirken sich negativ auf die Haltbarkeit der Objekte aus. Es ist daher notwendig, konservatorische Konzepte zu entwickeln, um die Alterung der Originale zu verlangsamen. In der Fachliteratur ist größtenteils zu lesen, dass Diazotypien durch auf der Oberfläche vorhandene überschüssige phenolische Verbindungen im alkalischen Milieu unbeständig sind und deshalb weder in alkalischen Medien (Umschläge, Mappen, Kartonagen) gelagert, noch entsäuert werden dürfen (Kissel/Vigneau 1999, S. 40). Andererseits sind die Azofarbstoffe der Diazotypie säureempfindlich. Die in den meist sauer gestrichenen Trägerpapieren enthaltene Säure zerstört demzufolge die Diazotypie im Laufe der Zeit, weshalb eine Entsäuerung von Diazotypien eigentlich wünschenswert wäre.

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Beispiele für Diazotypien, Foto: ZFB/Jana Moczarski

In dem beschriebenen Projekt wurde die Eignung von Diazotypien für verschiedene Entsäuerungsmethoden untersucht. Dazu wurden verschiedene Diazotypien sowohl nichtwässrig als auch wässrig entsäuert. Als nichtwässrige Verfahren kamen das Papersave- und das ZFB:2-Verfahren zum Einsatz (beides Massenentsäuerungsverfahren). Als wässriges Verfahren wurde die Entsäuerung mit einer neu entwickelten Calciumcarbonat-Milch gewählt. Nachfolgende Alterungstests gaben einen Ausblick auf die Langzeitentwicklung der Behandlungen. Weder bei der Massenentsäuerung mit dem papersave- oder dem ZFB:2-Verfahren noch bei der wässrigen Entsäuerung mit CaCO3 kam es zu Farbänderungen der bildgebenden Linien. Auch bei der künstlichen Alterung zeigten sich keine unerwünschten Effekte. Mehr zu den konkreten Untersuchungen lesen Sie mehr in RESTAURO 6/2014.