Im Zeichen von Lucas Cranach

 

Er war ein enger Freund Martin Luthers und der charakteristischste Maler der Reformation: Lucas Cranach (1472-1553) hatte viele Talente – neben seiner Werkstatt betrieb er in Wittenberg eine Apotheke, eine Druckerei und einen Buchladen. Im Zentrum seines Schaffens steht jedoch seine Kunstfertigkeit als Maler der Deutschen Renaissance, dem wir nicht nur zahlreiche Werke zu verdanken haben, sondern der auch Künstler über Jahrhunderte beeinflusste.

 

 

Umfassende Cranach-Ausstellung im Reformationsjahr 2017

Im Reformationsjahr 2017, bis zum 30. Juli, zeigt das Museum Kunstpalast in Düsseldorf nun eine umfassende Cranach-Ausstellung, die in enger Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Köln (Cologne Institute of Conservation Sciences) und dem CRANACH DIGITAL ARCHIVE (www.lucascranach.org) entstand. „Cranach. Meister – Marke – Moderne“ zeigt rund 200 Werke aus internationalen Museen, wie dem Metropolitan Museum of Art in New York oder der National Gallery in London. Darunter befinden sich hochkarätige Exponate wie die lebensgroße „Venus“ aus der Eremitage in St. Petersburg. Anhand der Arbeiten folgt der Besucher den Spuren Cranachs bis in die Kunst der Gegenwart und kann  nachvollziehen,  welchen Einfluss Cranachs Bildsprache auf das Wirken der Künstler der Moderne und Gegenwart hatte. Neueste kunsttechnologische Forschungen und Archivrecherchen erläutern das Schaffen des Malers.

 

Bislang ungezeigte Werke

Die Ausstellung beleuchtet daneben noch nie öffentlich ausgestellte Cranach-Werke aus Privatsammlungen, lange verschollene Bilder sowie gerade restaurierte Arbeiten. Von letzteren sticht die „Fürstin mit ihrem Sohn“, um 1820, aus der Royal Collection in London heraus. Prof. Dr. Gunnar Heydenreich von der Technische Hochschule Köln, erklärt als einer der Kuratoren: „Das in zahlreichen Ausführungen erhaltene Doppelbildnis wurde dem Nürnberger Franz Wolfgang Rohrich (1787–1834) zugeschrieben.“ Technologische Untersuchungen während der Restaurierung offenbarten nun, dass es sich hier durchaus um eine Original-Vorlage aus der Hand des Meisters handele: „Die Röntgenaufnahme zeigt, dass die Holztafel auf der Bildseite im oberen und unteren Randbereich zuerst mit Fasern beklebt wurde, bevor der Auftrag der weißen Grundierung erfolgte. Die Verteilung und Ausrichtung dieser Fasern quer zur Holzfaserrichtung entspricht der Zubereitung anderer Tafeln aus der Cranach-Werkstatt und unterscheidet sich von den bisher untersuchten Varianten Rohrichs.“
Auch die „Madonna mit Kind“, um 1510, aus dem Erzdiözesanmuseum in Breslau und die Tafel „Christus und die Ehebrecherin“, 1532, aus dem Museum der Bildenden Künste, Budapest, zählen zu den restaurierten Werken. Letzteres ist als frühestes datiertes Exemplar des Bildthemas eines der Meisterwerke des Malers.