31.10.2022

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Heidelberg und seine Vergangenheit virtuell erkunden

Im Video fliegt man probeweise und ferngesteuert in Heidelbergs Keltenzeit zurück. Basierend auf wissenschaftlichen Fakten und mithilfe moderner Gamedesign-Technologie wird ein realistisches Bild der von „wilden Wasser” geformten, ursprünglichen Landschaft gezeichnet Foto: Still / George Hulm, Technical Environment Artist, MESO Digital Interiors ©
Im Video fliegt man probeweise und ferngesteuert in Heidelbergs Keltenzeit zurück. Basierend auf wissenschaftlichen Fakten und mithilfe moderner Gamedesign-Technologie wird ein realistisches Bild der von „wilden Wasser” geformten, ursprünglichen Landschaft gezeichnet Foto: Still / George Hulm, Technical Environment Artist, MESO Digital Interiors ©

Nicht erst seit der Neuzeit ist das Neckar-Delta rund um Heidelberg eine Metropolregion. Bereits Kelten und Römer siedelten hier und hinterließen ihre Spuren, wie zahlreiche archäologische Funde beweisen. Dennoch kann sich kaum jemand so richtig vorstellen, wie die eigene Heimat früher aussah. Die HD Discovery Station erweckt auf einer virtuell erschaffenen Fläche von 100 Quadratkilometern längst vergangene Epochen zum Leben, wie Sie im Video sehen

Wer möchte nicht einmal zurück reisen in die Zeit, als die Residenzstadt Heidelberg in fürstlichem Glanz erstrahlte?Besucher:innen können in der Archäologischen Abteilung des Kurpfälzische Museum in Heidelberg auf Zeitreise gehen. Denn die HD Discovery Station bietet virtuelle Erkundungstouren in die keltische und römische Lebenswelt am Neckar. Eine weitere Ebene zeigt Heidelberg auf dem Höhepunkt der politischen Macht um 1620. Hier öffnen mehrere Zeitfenster den Blick auf die Belagerungssituation im Jahr 1622. 

Auf Zeitreise in Heidelberg

 

Mit einem Spielcontroler geht die Zeitreise los. Ob im Flug von weit oben oder bodennah schwebend gibt es viel zu entdecken. Wo wurden die Artefakte gefunden, die das Museum zeigt? Wo stand zum Beispiel die Jupitergigantensäule? Und wie sah das Heidelberger Schloss und die Stadt vor 400 Jahren aus? Die einstigen Bauwerke sind detailreich nachgezeichnet, die Landschaft am Neckar mit dem Heiligenberg sorgt darüber hinaus für überraschend naturnahe Eindrücke. Es gibt darüber hinaus erklärende Texte, Abbildungen und viele Interaktionsmöglichkeiten.

Exklusiv für das Kurpfälzische Museum in Heidelberg entwickelt

 

Das interaktive Exponat wurde exklusiv für das Kurpfälzische Museum entwickelt und realisiert. Ermöglicht hat dies die Manfred Lautenschläger Stiftung und der Freundeskreis des Kurpfälzischen Museums. Zur Ausstellung „Krieg und Frieden“ im September 2022 wurde die HD Discovery Station um die Zeitebene 1620 erweitert. Die Entwicklung erfolgte in Zusammenarbeit mit MESO Digital Interiors aus Frankfurt, ein Designstudio für interaktive Erlebnisse an der Schnittstelle von Mensch, Raum und Technologie. Unterstützt wird das Projekt vom Vermessungsamt der Stadt Heidelberg.Die HD Discovery Station gehört bereits seit 2020 zu den Highlights im Kurpfälzischen Museum.

Die HD Discovery Station in der archäologischen Ausstellung im Kurpfälzischen Museum (Heidelberg) öffnet das Tor zur virtuellen Vergangenheit. Foto: KMH
Die HD Discovery Station in der archäologischen Ausstellung im Kurpfälzischen Museum (Heidelberg) öffnet das Tor zur virtuellen Vergangenheit. Foto: KMH

„Historischer Pfad“ im Stadtwald neu gestaltet

 

Die Erstürmung der Stadt Heidelberg durch Tilly im Dreißigjährigen Krieg liegt 400 Jahre zurück. Aus diesem Anlass hat die Forstabteilung des städtischen Landschafts- und Forstamtes in Kooperation mit dem Kurpfälzischen Museum und mit Fördermitteln des Naturparks Neckartal-Odenwald den „Historischen Pfad“ erneuert. Der Wanderweg führt entlang archäologischer Geländedenkmäler aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Die Stadt hat die Wegeführung neu gestaltet, die noch erhaltenen, historischen Mauerreste der militärischen Vorwerke erschlossen und die Infotafeln entlang des Wegs aktualisiert und vervollständigt. An insgesamt zehn Stationen erläutern Infotafeln die Verteidigungsanlagen der Stadt und die befestigten Stellungen der Angreifer. Die darauf abgebildeten 3D-Visualisierungen hat die Manfred Lautenschläger-Stiftung ermöglicht. Sie sind Teil der virtuellen 3D-Rekonstruktion des gesamten Stadtbildes um 1620, das man auf der HD Discovery Station im Kurpfälzischen Museum erkunden kann.

Die Belagerung von Heidelberg

 

Im Jahr 1619 wurde Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz als Protestant zum König von Böhmen gewählt und verlegte seine Residenz von Heidelberg nach Prag. Die Schlacht am Weißen Berg beendete sein Königtum nach nur einem Jahr. Als „Winterkönig“ von seinen katholischen Gegnern verspottet, musste er mit seiner Familie ins Exil gehen um den Kriegswirren zu entfliehen. Für die Kurpfalz waren die Folgen dieser Niederlage verheerend: Die Residenzstadt Heidelberg wurde zum tragischen Schauplatz des Dreißigjährigen Krieges. Juli 1622 begann die Belagerung Heidelbergs durch kaiserlich-bayerische Truppen unter General Tilly. Am 16. September drangen die Belagerer in die Stadt ein und zwangen die Garnison am 19. September 1622 zur Kapitulation. Der „Historische Pfad“ orientiert sich an zeitgenössischen Darstellungen und Berichten.

 

In diesem Video fliegt man probeweise und ferngesteuert in Heidelbergs Keltenzeit zurück. Basierend auf wissenschaftlichen Fakten und mithilfe moderner Gamedesign-Technologie wird ein realistisches Bild der von „wilden Wasser” geformten, ursprünglichen Landschaft gezeichnet (George Hulm, Technical Environment Artist, MESO Digital Interiors ©).

 

3D-Visualisierung des Trutzkaisers und der Heidelberger Vorstadt. Foto: Kurpfälzisches Museum / Rendering MESO digital interiors)
3D-Visualisierung des Trutzkaisers und der Heidelberger Vorstadt. Foto: Kurpfälzisches Museum / Rendering MESO digital interiors)
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