12.08.2021

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Geopark Thüringen Inselsberg – Drei Gleichen

von Valentina Grossmann
Der Thüringer Geopark Inselsberg zählt nun zu den 169 UNESCO Global Geoparks weltweit. Foto: Wikimedia Commons

Der Thüringer Geopark Inselsberg zählt nun zu den 169 UNESCO Global Geoparks weltweit. Foto: Wikimedia Commons

UNESCO-Geoparks sind Regionen mit bedeutenden Fossilfundstellen, Höhlen, Bergwerken oder Felsformationen. 2021 nahm die UNESCO acht Geoparks in das globale Netzwerk auf. Darunter der Geopark Thüringen Inselsberg – Drei Gleichen

Der Thüringer Geopark Inselsberg zählt nun zu den 169 UNESCO Global Geoparks weltweit. Foto: Wikimedia Commons
Der Thüringer Geopark Inselsberg zählt nun zu den 169 UNESCO Global Geoparks weltweit. Foto: Wikimedia Commons

Geopark Thüringen Inselsberg – Schaufenster der Erdgeschichte

Die UNESCO hat den Nationalen Geopark Thüringen Inselsberg – Drei Gleichen Mitte April 2021 als siebten deutschen Geopark in das Netzwerk der UNESCO Global Geoparks aufgenommen. Damit zählt der Thüringer Geopark nun zu einer Reihe von 168 UNESCO Global Geoparks weltweit.

„Mit dem neuen UNESCO-Geopark gewinnen wir eine weitere Modellregion für nachhaltige Entwicklung“, erklärt Maria Böhmer, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission. „Sein beeindruckendes geologisches Erbe wird durch eine zukunftsfähige Nutzung, durch sanften Tourismus und Projekte für Bildung und Forschung für kommende Generationen bewahrt. Diese wichtige Auszeichnung wird die Region weiter stärken.“

In Deutschland gilt der im Herzen Thüringens liegende Geopark als einer der kleinsten seiner Art. Auf rund 700 Quadratkilometern zeugen Gesteine und Fossilien von der Entstehung, Entwicklung und dem Zerfall des Superkontinents Pangäa vor mehr als 150 Millionen Jahren. Zwischen Thüringer Wald und dem Burgenland Drei Gleichen öffnet sich für Besucher:innen ein Schaufenster der Erdgeschichte, das den Blick auf eine urzeitliche Flora und Fauna der Region freigibt. Außerdem befindet sich hier eine der weltweit bedeutendsten Fossillagerstätten: die Fossillagerstätte „Bromacker“ in der unterpermischen Tambach-Formation zwischen den Gemeinden Tambach-Dietharz und Georgenthal im Thüringer Wald.

Fossillagerstätte „Bromacker“

Seit 1974 fördern Wissenschaftler:innen hier zahlreiche Skelette von Ursauriern aus dem Erdaltertum zutage. Für die Erforschung früher Landwirbeltiere spielt die Fundstätte auch künftig eine wichtige Rolle, denn ein interdisziplinäres Forschungsteam startete im August 2020 das „Bromacker-Projekt“, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird.

Das deutschlandweit einzigartige Projekt ist eine Kooperation des Museums für Naturkunde Berlin – Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung, der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, der Friedrich-Schiller-Universität in Jena und des Nationalen Geoparks Thüringen Inselsberg-Drei Gleichen.

Vielversprechende Testgrabungen

Nach mehr als einem Jahrzehnt finden in der Fossillagerstätte Bromacker erstmals wieder systematische Ausgrabungen und geologische Bohrungen statt. Die Funde der Testgrabung, die im Oktober 2020 vorgenommen wurden, waren vielversprechend: Wurzeln, Grabgänge und einzelne Skelett-Teile kamen nach etwa 290 Millionen Jahren wieder ans Tageslicht. Als besonderen Fund stufen die Forscher:innen Grabbauten ein, die noch nicht näher bekannte Tiere des Perm hinterlassen haben.

Neue Grabungen bis 2025

Bis 2025 werden Forscher:innen neue Grabungen durchführen und dabei geologischen, taxonomischen, paläoökologischen und physiologischen Fragen nachgehen, um zukünftig das Leben an der Fossillagerstätte Bromacker besser zu verstehen. Die Öffentlichkeit soll mit neuen Formen der Wissenschaftskommunikation in das Projekt einbezogen werden. Neben einer Besucherplattform, digitalen Führungen und Veranstaltungen wie Live-Präparationen sollen Interessierte die Möglichkeit bekommen, selbst an Forschungsaufgaben mitzuwirken.

Lesen Sie weiter in der RESTAURO 5/2021.

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