07.10.2014

Museum

Fossa Carolina

von Anna Horner
München

Am Tag des offenen Denkmals öffneten deutschlandweit 7.500 Denkmäler ihre Türen – allein in Bayern waren es 750. Auch das Tor der Alten Münze in München stand weit offen, das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege lud zur Besichtigung der Ausstellung in der Säulenhalle. Begleitet von Führungen und Vorträgen lief die Ausstellung „Großbaustelle 793“ bis zum 10. Oktober 2014.

Die Ausstellung „Großbaustelle 793“ in der Alten Münze, München
Ein Modell des Karlsgrabens in der Ausstellung Großbaustelle 793
C. Sebastian Sommer zeigt Minister Spaenle einen Eichenbohlen, Teil des im Jahr 793 erbauten Karlsgraben.
Franz Herzig erläutert Minister Spaenle die Arbeit in der Dendroarchäologischen Werkstatt.
Dendrochronologisch datiert wurden diese Holzbohlen, die vermutlich zu einem Floß aus römischer Zeit gehören.
Die Blasmusikkapelle Thierhaupten spielte zur Begrüßung im Kloster Thierhaupten.
Die Klosterkirche im Benediktinerkloster Thierhaupten

Unter dem Titel „Großbaustelle 793. Das Kanalprojekt Karls des Großen zwischen Rhein und Donau“ präsentiert die Ausstellung als Beitrag zum 1200. Todestag Karls des Großen die aktuellen Ergebnisse der Forschungen zum Karlsgraben, dem „Fossa Carolina“. Der Karlsgraben sollte die Altmühl und die Rezat – somit Rhein und Donau – miteinander verbinden und dadurch die europäische Wasserscheide überwinden. Die Textwände sind auf Baustahlgittern aufgezogen und verweisen wohl auf die kurze Laufzeit der Ausstellung, zugleich aber auf die aktuell noch andauernde, archäologische Großbaustelle. Bemerkenswert ist die Bestätigung von schriftlichen, zeitgenössischen Quellen zum Karlsgraben mittels archäologischer Methoden. Ausgegraben wurden angespitzte Eichenbohlen, seitliche Begrenzungen des etwa sechs Meter breiten Karlsgrabens, in der Ausstellung original sowie rekonstruiert in einem „begehbaren Karlsgraben“ zu sehen. Franz Herzig führte deren dendrochronologische Untersuchung in Thierhaupten durch – und bestätigte die zeitlichen Angaben der Reichsannalen zum Jahr 791 bis 793, die über den Bau des Karlsgrabens im Jahr 793 berichten.

Im Kloster Thierhaupten wurde der Tag des offenen Denkmals in Bayern tags zuvor eröffnet. Lesen Sie mehr dazu in der RESTAURO 7/2014.

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