01.03.2017

Kunststück

Etruskische Kriegerstatuette zurück in Antikensammlung


Kunsthändler, Museen und Eigentümer an Rückkehr beteiligt

 

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat eine wertvolle etruskische Bronzestatuette zurückerhalten. Sie galt seit dem Zweiten Weltkrieg als verschollen.

 

Ein 17 Zentimer großer Mann mit Speer und Helm in Bronze gehörte seit 1869 zum Inventar der Antikensammlung Berlin. Groß war das Bedauern, als die Statuette während des Zweiten Weltkriegs verloren ging, zumindest war es das, was man jahrelang vermutete. Jetzt wurde das Kunstwerk allerdings in London identifiziert und kehrt zurück an seinen ursprünglichen Platz.

Über dreißig Jahre hatte sich die Kriegerstatuette in einer englischen Privatsammlung befunden. Es wird vermutet, dass sie bereits 1979 dafür erworben, allerdings erst 2015 versteigert wurde. Über die Kunsthändler Forge and Brendan Lynch Ltd. sollte sie erneut verkauft werden. Judith Swaddling, Kuratorin am British Museum, untersuchte das Objekt auf Anfrage der Kunsthändler und identifizierte es als eines, das zum Vorkriegsbestand der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin gehörte. Die Statuette mit der Inv.-Nr. Fr. 2202a konnte aufgrund ihres Eintrags in der online-Bilddatenbank „Antike Bronzen in Berlin“ und aufgrund älterer Publikationen zugeordnet werden. Der Verkäufer entschloss sich schließlich dazu, die Statuette nach Berlin zurückzugeben.

„Diese Rückgabe ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Eigentümer, Kunsthändler und Museen zusammenarbeiten können, um Kunstwerke wieder in die Sammlungen zurückzubringen, aus denen sie aufgrund historischer Umstände verloren gingen“, sagt Hermann Parzinger, Präsident der SPK.

Die Statuette kann in die spätarchaische Periode (spätes 6. bis frühes 5. Jh. V. Chr.) datiert werden. Sie gehört zu einer Gruppe stark abstrahierter kleinformatiger Kriegerdarstellungen aus Mittelitalien, die als Weihegaben an bestimmte Gottheiten gestiftet wurden. Der dargestellte Krieger trägt einen attischen Helm mit nach oben geklappten Wangenschutzklappen, ein Untergewand und darüber einen Brustpanzer mit stilisiertem Dekor. In den Händen trug er ehemals Speer und Schild. Die Waffen waren jedoch schon im 19. Jahrhundert nicht mehr erhalten, als die Statuette in die Antikensammlung gelangte.

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