Die Kunstkammer ist eröffnet!

 

Eine Korallenkrippe, tausende Mineralien und Muscheln – das Wiener Neustädter Zisterzienserpriorat Neukloster zeigt seine beachtlichen Schätze. Über 5.000 Kunst- und Wunderkammerobjekte wurden inventarisiert und restauriert, um sie heute erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen

Heute eröffnet die Kunstkammer des Wiener Neustädter Zisterzienserpriorats Neukloster. In den Monaten zuvor stand das Team des Instituts für Konservierung und Restaurierung der Universität für angewandte Kunst Wien im Dauereinsatz: Bisher wurden mehr als 5.000 Exponate aus über 500 Jahren Klostergeschichte unter der Leitung von Professor Gabriela Krist katalogisiert und ausgewählte Objekte restauriert. Im Rahmen des Projekts des Landes Niederösterreich „Schätze ins Schaufenster – Qualitätsoffensive Museumsdepot“ bestand für das Zisterzienserpriorat die einmalige Gelegenheit, eine vollständige Inventaraufnahme sowie eine fachgerechte Einrichtung des Museumsdepots zu erarbeiten und einen Förderbeitrag dafür zu erhalten. Neukloster gehört zu den jüngsten mittelalterlichen Klosterstiftungen in Österreich. Von Kaiser Friedrich III. 1444 gegründet, reicht seine Geschichte bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts. 1882 erfolgte die Vereinigung mit Stift Heiligenkreuz. Heute ist es ist ein Priorat mit sieben Mönchen und zugleich eine Stadtpfarrei.

Prunkstück der Sammlung ist die sizilianische Korallenkrippe

Der Bestand der Schatzkammer reicht neben kirchlichen Schätzen über Elfenbeinschnitzereien bis hin zu verschiedenen Gemälden und Möbeln. Die größte Gruppe sind Naturalia, Mineralien, Muscheln oder Schneckenschalen. „Eine klassische Kunst- und Wunderkammer“, erklärt Diplom-Restauratorin Johanna Wilk, die im Rahmen ihrer Dissertation für die wissenschaftliche Aufarbeitung sorgte. Eine Besonderheit von Stift Neukloster ist die sizilianische Korallenkrippe des 17. Jahrhunderts, deren Figuren und die Hintergrund-Szenerie aus Edelkoralle, Silber, vergoldetem und versilbertem Messing, Glas-, Messing- und Steinperlen, Federn und Schneckenhäuschen gebildet sind.

Lesen Sie mehr in der RESTAURO 1/2017, S. 28f.