Das Bundesarchiv in Berlin restaurierte Hans Kysers Lutherfilm von 1927

Das Bundesarchiv in Berlin hat den Stummfilm „Luther“ zum Reformationsjubiläum aufwändig restauriert. Der Film zeichnet Luthers Lebensweg aus der Perspektive von 1927 nach – seine Studienzeit, sein Leben als Mönch, den Anschlag der 95 Thesen, seine Bibelübersetzung auf der Wartburg bis hin zu seiner Heimkehr nach Wittenberg.

Die Uraufführung am 16. Februar 1928 begeisterte das Berliner Publikum. „Im Ufa-Palast mit sichtlicher Ergriffenheit aufgenommen. Der Schlussbeifall war stark“, schrieb Essayist Rudolf Kurtz in der Film-Illustrierten „Licht Bild Bühne“ einen Tag nach der Premiere. In der Rezeption des Films kam es nachfolgend jedoch zu Diskussionen mit Vertretern der katholischen Kirche, die sich unter anderem in den unterschiedlichen Längenfassungen des Films widerspiegeln.

Regie führte damals Hans Kyser. Der Drehbuchautor wurde am 23. Juli 1882 in Graudenz geboren und starb am 24. Oktober 1940 in Berlin. Berühmt wurde er vor allem durch die Vorlage zur weltberühmten Verfilmung des „Faust“ unter der Regie von Friedrich-Wilhelm Murnau im Jahr 1926. Der Film „Luther“ war seine erste Regiearbeit.

Berlin, Hoppegarten, Bundesarchiv, Filmbearbeitung
In der Restaurierungwerkstatt des Bundesarchivs: Ausbesserung einer alten Filmklebestelle mit Hilfe von durchsichtigem Filmklebeband. Foto: Corinna Luck/ Quelle: Bundesarchiv, Berlin.

Aufwändige Restaurierung

Für die Rekonstruktion und Restaurierung des Films standen im Bundesarchiv aufbewahrte Kopien aus dem Landeskirchlichen Archiv der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern – eingelagert im Bundesarchiv in Koblenz 1974 – und aus dem ehemaligen Staatlichen Filmarchiv der DDR sowie des Deutschen Filminstitut Frankfurt (DIF) und des Nationalen Filmarchivs der Niederlande (EYE Film Instituut) zur Verfügung. Unterschiedliche Längen, divergierende Szenenfolgen und unterschiedliche Kameraperspektiven forderten Können und Wissen der Filmarchivare und Restauratoren heraus. Grundlage der gesamten filmhistorischen und filmtechnischen Arbeit war die überlieferte Zensurkarte, Prüfnummer 17622 zur Zulassung durch die Filmprüfstelle Berlin am 17.12.1927 (Originallänge 3.308 m, nach Kürzung 3.296 m), durch die die ursprüngliche Premierenfassung weitestgehend wiederhergestellt werden konnte. Für das Scannen und die digitale Restaurierung des entstandenen 35mm-Duplikatnegativs (Länge 3.183 m) in 2K-Auflösung zeichnet die Firma Omnimago in Ingelheim verantwortlich.

Aktuell tourt Kysers Werk durch Deutschland. Stephan Graf von Bothmer interpretierte das Werk musikalisch neu. Der 45-jährige Pianist ist dem breiten Publikum durch Auftritten bei Sportveranstaltungen wie dem DFB-Pokalfinale, bekannt.

Termine:

25.03.2017 Berlin, Emmauskirche

05.05.2017 Köln, AntoniterCityKirche

12.05.2017 Eriwan, Khachatruyan Museum

21.05.2017 Rathenow, Kulturzentrum

25.05.2017 Berlin, Emmauskirche

26.05.2017 Potsdam, Filmmuseum

04.06.2017 Recklinghausen, Ruhrfestspielhaus

10.06.2017 Göttingen, Lumiere

18.08.2017 Herford, Münster

20.08.2017 Lutherstadt, Wittenberg Lutherhaus

15.09.2017 Darmstadt, Kath. Innenstadtkirche St. Ludwig

16.09.2017 Klingenberg am Main,Ebertkeller

23.09.2017 Kyritz, St. Marienkirche

07.10.2017 Frankfurt/Oder, Konzerthalle

08.10.2017 Berlin, Paulus-Kirche

14.10.2017 Berlin, Petrus-Giesendorf-Gemeinde

15.10.2017 Ahlen, Pauluskirche

19.10.2017 Neuburg an der Donau, Stadttheater

30.10.2017 Meßdorf, Konzertkirche

31.10.2017 Berlin Kapelle, Alter Zwölf-Apostel-Kirchhof

18.11.2017 Nauen, Schloss Ribbeck