11.02.2021

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Bayerisches Hauptstaatsarchiv erleichtert Zugang zu Kulturgut

von Martin Miersch
Nobelpreisurkunde von Paul Heyse (Ausschnitt) | © BSB/Heyse-Archiv V.105; Staatsbibliothek München. Foto: www.bsb-muenchen.de

Nobelpreisurkunde von Paul Heyse (Ausschnitt) | © BSB/Heyse-Archiv V.105; Staatsbibliothek München. Foto: www.bsb-muenchen.de

Im Bayerischen Hauptstaatsarchiv lagern unzählige Dokumente, Urkunden und Briefe berühmter Persönlichkeiten und Familien. Ein Nachlassverzeichnis erleichtert den Zugang zu hohem Kulturgut

Nobelpreisurkunde von Paul Heyse (Ausschnitt) | © BSB/Heyse-Archiv V.105; Staatsbibliothek München. Foto: www.bsb-muenchen.de
Nobelpreisurkunde von Paul Heyse (Ausschnitt)

Nachlässe von der Monarchie bis ins demokratische Bayern

Die Suche nach Dokumenten zur Bayerischen Geschichte ist nun noch leichter, denn über die im Bayerischen Hauptstaatsarchiv lagernden Dokumente informiert ein Nachlassverzeichnis: „Schriftliche Nachlässe sind wertvolle kulturelle Zeugnisse unseres Landes“, so Kunst- und Wissenschaftsminister Bernd Sibler, selbst studierter Historiker. „Sie helfen, Werk und Wirken bedeutender Persönlichkeiten besser zu verstehen und sind dadurch eine einzigartige Quelle für die historische Forschung. Ich bin stolz darauf, dass das Bayerische Hauptstaatsarchiv allen Interessierten den Zugang zu diesem hohen Kulturgut erleichtert und uns ein weiteres Mal bewusst macht: Archive sind das Gedächtnis unseres Landes.“

Das Verzeichnis ist das Ergebnis langjähriger Sammlungs- und Erwerbungstätigkeit des Bayerischen Hauptstaatsarchivs auf dem Gebiet der schriftlichen Nachlässe. Insgesamt wurden 512 private Einzelnachlässe bzw. Familienarchive in dem neuen Verzeichnis alphabetisch erfasst. Das Archivinventar ermöglicht durch seine übersichtliche Gliederung einen raschen Überblick über die für die Geschichtsforschung wichtigen Quellenbestände.

Es bietet unter anderem biografische Basisdaten, Angaben zu Laufzeit und Umfang sowie kurze Angaben zum Inhalt der meist schriftlichen Unterlagen. Die Nachlässe stammen von bedeutenden Familien und Persönlichkeiten Bayerns wie zum Beispiel Maximilian von Montgelas, Prinzessin Therese von Bayern, Willi Graf, Christoph Probst, Hans Ehard, Mathilde Berghofer-Weichner und Max Streibl.

Einen bedeutenden Teil tragen zudem die Nachlässe aus dem Sudetendeutschen Archiv bei, das im Bayerischen Hauptstaatsarchiv hinterlegt ist. „Hier lässt sich unsere Geschichte vom Herzogtum bis ins demokratische Bayern erforschen“, freut sich Staatsminister Sibler. Das Bayerische Hauptstaatsarchiv ist das Zentralarchiv für das Herzogtum, Kurfürstentum, Königreich und den Freistaat Bayern. Es verwaltet unter anderem das Archivgut der ehemaligen bayerischen Armee vom 17. Jahrhundert bis 1919, das Schriftgut von unter Aufsicht des Staates stehenden Körperschaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts sowie nichtstaatliches Archivgut zur Ergänzung der Behördenakten.

Die Staatlichen Archive Bayerns verwahren Unterlagen wie Urkunden, Akten, Karten und Pläne der Verwaltung des Freistaates und seiner Vorgänger vom Aufkommen der Schriftlichkeit in der Verwaltung bis heute. Die älteste Urkunde stammt aus dem Jahre 777.

44 Millionen Archivalieneinheiten auf 240.000 laufenden Metern Regale

Insgesamt werden in Bayern derzeit über 44 Millionen Archivalieneinheiten verwahrt, die mehr als 240.000 laufende Meter Regale füllen. Der jährliche Zuwachs beträgt ca. 550.000 Einheiten, was 5.000 laufenden Metern entspricht. Neben dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München gibt es acht bayerische Staatsarchive in Amberg, Augsburg, Bamberg, Coburg, Landshut, München, Nürnberg und Würzburg.

Die Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns steht als administrative und fachliche Leitung an der Spitze der staatlichen Archive. Hier ist die bayerische Archivschule angesiedelt, wo Archivarinnen und Archivare ausgebildet werden. Die Generaldirektion koordiniert zentrale Fachaufgaben und vertritt den Freistaat archivfachlich nach außen.

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