13.05.2016

Projekte

Auftakt Reformationsjubiläum – Wiedereröffnung der Schlosskapelle Neuburg

von Christine Kowalski
„die hofcapel alhie … zu malen“. Foto: Bayerische Schlösserverwaltung

 

Die Schlosskapelle in Neuburg ist der älteste, bekannte protestantische Kirchenraum in Deutschland. Im Rahmen des bevorstehenden Reformationsjubiläums wurde die Kapelle umfassend untersucht, konserviert und restauriert.

Am 6. Juli 1543 erhielt Hans Bocksberger d. Ä. aus Salzburg den Auftrag, „die hofcapel alhie ... zu malen“. Foto: Bayerische Schlösserverwaltung
Auch den Nachfolgern Ottheinrichs, die das Fürstentum zu einem evangelischen Musterland entwickelten, diente die Kapelle als Hofkirche. Foto: Bayerische Schlösserverwaltung
Die Ausstellung auf Schloss Neuburg an der Donau präsentiert neben der Kapelle die Ottheinrich-Bibel. Foto: Bayerische Schlösserverwaltung
Die Ottheinrich-Bibel war das erste illustrierte Neue Testament in deutscher Sprache. Der Pfalzgraf ließ sie vollenden, weshalb sie nach ihm benannt wurde. Hier die Szene „Heilung des Taubstummen und Speisung der Viertausend“. Ottheinrich Bibel, Markusmaler, um 1430, Bayerische Staatsbibliothek, Inv.-Nr. Cgm 8010/2, fol. 55v/56r, Foto: Bayerische Staatsbibliothek
Ein Detail aus dem Chorbuch, das den Pfalzgrafen Ottheinrich bei der Messfeier zeigt. Ottheinrich-Bibel, Nikolaus Bertschi, 1538, Bayerische Staatsbibliothek, Inv.-Nr. Mus.ms. C, fol.188v/189r, Foto: Bayerische Staatsbibliothek, München

Pfalzgraf Ottheinrich (1502–1559) ließ die Kapelle nach seiner Hinwendung zum Luthertum bereits 1543 mit einem großen Bilderzyklus ausmalen. In über 40 Szenen zeigen die Wand- und Deckengemälde des Salzburger Kirchenmalers Hans Bocksberger der Ältere (1510–1561) ein eindrucksvolles Panorama biblischer Geschichte. Er stellte Szenen des Alten Testaments dar, die in einem engen Bezug zu Reformation stehen und gilt damit als Besonderheit in Deutschland.

Die Erhaltungsmaßnahmen umfassten die Reinigung des Deckenfreskos, der Brüstung sowie der Wandschale. Restauratorische Maßnahmen wurden am Altar, an den Gewölbeflächen, der Steinausstattung und den Stuckreliefs durchgeführt. Bei den umfangreichen Untersuchungen wurde unter anderem eine ehemalige bauzeitliche Kanzel gefunden.

Alle Ergebnisse sind jetzt bis zum 07. August 2016 im Rahmen der Ausstellung „Kunst & Glaube – Ottheinrichs Prachtbibel und die Schlosskapelle Neuburg“ zu besichtigen. Die Kapelle kann dabei dank der neuen Beleuchtung sowie zahlreicher medialer Inszenierungen als bedeutender Renaissancebau erfahren werden. Ab dem 31. Oktober 2016, zum Auftakt des Jubiläumsjahrs wird die Kapelle wieder der kirchlichen Nutzung zugeführt.

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